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Zahlungsverkehr und Electronic Banking - es gibt Neuigkeiten

Eingestellt von Gastbeitrag am 15. November 2018 13:04:20 MEZ

ZahlungsverkehrTrends von Gastautor Dr. Thomas Baumann

Für Unternehmen der Immobilienwirtschaft ist eine effektive Abwicklung von Zahlungsvorgängen eine zentrale Anforderung an eine ERP-Software. Regelmäßige Buchungen müssen sicher, reibungslos und nachvollziehbar vollzogen werden. Um bei den Neuerungen bzw. Umstellungen im Zahlungsverkehr immer auf dem aktuellsten Stand zu sein, bedarf es daher regelmäßiger Anpassungen der Softwarelösungen - eine besonders schwierige Aufgabe in einem wichtigen Aufgabenbereich. Erfahren Sie im folgenden Artikel mehr über die Neuigkeiten im Zahlungsverkehr, denn auch in diesem Jahr gab es wieder einige Umstellungen.

Umstellungen im Zahlungsverkehr erfordern weitere Anpassungen

Allgemeine Umstellungen im Zahlungsverkehr führen immer zu einer Verkettung von damit einhergehenden Anpassungen. Davon sind natürlich auch Softwarelösungen betroffen, die in diesem empfindlichen Bereich Aufgaben abbilden. Aufgrund der hohen Relevanz holen wir uns bei Crem Solutions für Projekte im Zahlungsverkehr beratende Unterstützung ins Haus, bevor Neuerungen praktisch in unserer Software umgesetzt werden. Dafür haben wir unseren Experten Dr. Thomas Baumann, der uns regelmäßig bei den Anpassungen unserer Softwareprodukte berät und unterstützt. Er ist seit 2012 mit seinem Unternehmen ZVEXPERT als Berater für Zahlungsverkehr-Projekte und die Optimierung der Kunde-Bank-Schnittstelle bundesweit tätig. Von ihm erfahren Sie mehr über die aktuellen Neuerungen im Zahlungsverkehr.  

Nach der SEPA-Einführung im Jahre 2014 war es relativ ruhig geworden, was Neuigkeiten bezüglich der Schnittstellen von und zu den Kreditinstituten betrifft. Seither gab es nur noch vereinzelt Nachjustierungen, wie z.B. die Einigung auf einen Vorlauftag bei Lastschriften, so dass nicht mehr zwischen CORE und COR1 unterschieden werden muss, oder den Wegfall der Verpflichtung zur Angabe des BIC. 

Was gibt es Neues? 

Dafür hat das Jahr 2018 gleich mehrere Innovationen und Neuregelungen gebracht, die wesentliche Bedeutung für die zukünftige Gestaltung der Schnittstellen zwischen Unternehmen und Kreditinstituten haben werden. 

Im Januar traten die von der EU beschlossenen Regelungen zur PSD2 (Payment Service Directive) in Kraft. Diese Regelungen der PSD2 betreffen sowohl Banken als auch deren Kunden, Unternehmen sowie Privatpersonen. Die EU verfolgt mit diesem umfangreichen Regelwerk das Ziel, den Markt für kontobezogene Dienstleistungen auch außerhalb des Bankensektors für Dienstleister zu öffnen und gleichzeitig die dafür erforderlichen hohen Sicherheitsstandards verbindlich festzulegen.  

Das hat u.a. auch Auswirkungen auf die von Unternehmen genutzten Electronic Banking-Programme. So wurde das HBCI-Verfahren bereits vor einigen Jahren zum FinTS-Standard weiterentwickelt und die Pflege der letzten HBCI-Version 2.2 am 31.12.2016 eingestellt. Ausschließlich die aktuelle FinTS-Version erfüllt die Vorgaben der PSD2. Der Begriff „HBCI“ steht nur noch für das Legitimationsverfahren mittels elektronischer Signatur im FinTS (z.B. über Chipkarte). Bei der Nutzung von FinTS mit PIN/TAN fällt jetzt das iTAN-Verfahren weg, da zukünftig Zahlungsparameter wie Betrag und IBAN in jeder Zahlung mit der TAN verknüpft werden müssen.  

Der von vielen Unternehmen zur Übertragung von Zahlungsdaten genutzte Übertragungsstandard EBICS erfüllt umfassend die Vorgaben der PSD2, so dass sich auch für bisherige Nutzer des FinTS-Standards ein Umstieg auf EBICS empfiehlt, wenn ohnehin Updates der Bankprogramme erfolgen müssen. 

Aber auch EBICS wird in diesem Jahr - nicht zuletzt wegen der gestiegenen Sicherheitsanforderungen - eine Weiterentwicklung erfahren: Der Standard EBICS 3.0 tritt im November in Kraft und ist durch Updates der Electronic Banking-Programme innerhalb von zwei Jahren umzusetzen. Damit fällt auch die Möglichkeit der Freigabe von Zahlungsdateien bei der Bank per Fax, von einigen Unternehmen nach wie vor noch in Nutzung, endgültig weg. 

Zusätzlich zu den bekannten Schnittstellen werden die Banken in der PSD2 verpflichtet, zukünftig in Ergänzung zu den vorhandenen eigenen Online Banking-Plattformen eine Schnittstelle (API – Application Programming Interface) für externe Dienstleister zur Verfügung zu stellen, damit diese z.B. in ERP-Systeme oder Branchenlösungen den direkten Zugang zu den Kreditinstituten integrieren können. 

Im Mai dieses Jahres trat die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft. Auf den ersten Blick scheint es kaum einen Zusammenhang mit den Schnittstellen zu Kreditinstituten zu geben. Doch ist der Umgang mit sensiblen Bankdaten sehr wohl ein von der DSGVO berührter Schwerpunkt. Hier geht es im Wesentlichen darum, die Stamm- und Bewegungsdaten (Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter) vor unbefugtem Zugriff, Verfälschung und Verlust zu schützen sowie den Zugriff auf die Electronic Banking-Software selbst sowie deren IT-Umgebung zuverlässig zu limitieren und protokollieren. 

Ausgehend von den SEPA-Formaten (XML-Formate mit festen Feldbezeichnungen) hat sich inzwischen die Umstellung der von den Kreditinstituten über das Electronic Banking bezogenen elektronischen Kontoauszugs- und Umsatzinformationen auf das neue camt-Format als vorteilhaft erwiesen. Das bisherige Format (MT940) kann die SEPA-Feldbezeichnungen nicht liefern, so dass die maschinelle Zuordnungsquote von Kontoumsätzen zu offenen Posten mit dem Umstieg auf camt meistens deutlich ansteigt.  Die deutsche Kreditwirtschaft wird das alte Format nur noch bei dringendem Bedarf weiter pflegen. Alle zukünftig neu zu liefernden Informationen stehen ausschließlich in den camt-Formaten zur Verfügung. 

Was heißt das für Unternehmen der Immobilienwirtschaft? 

Es empfiehlt sich, die unternehmensinternen Abläufe rund um die genutzte Electronic Banking-Software jetzt unter den genannten Aspekten einer Prüfung zu unterziehen. Mit der Nutzung des EBICS-Standards und der elektronischen Unterschrift sind die besten Voraussetzungen für eine sichere Abwicklung der Transfers von den und zu den Banken gegeben. Die Umstellung auf camt bedarf lediglich eines Auftrags an die Hausbank(en), da iX-Haus dieses Format bereits verarbeiten kann. Bei der Analyse der entsprechenden Arbeitsabläufe rund um Zahlungsverkehr, Electronic Banking und die Schnittstellen zu den Banken unterstützen wir Sie jederzeit gerne.  

Was die SEPA-Formate selbst betrifft, so die gute Nachricht: bei den SEPA-Zahlungsverkehrs-Formaten für Überweisungen und Lastschriften gibt es in diesem Jahr keine Änderungen. 

Neu in diesem Jahr ist das Angebot der neuen Zahlungsart Instant Payments. Schrittweise wollen alle Banken diese Zahlungsform anbieten, bei der Überweisungen innerhalb von maximal 20 Sekunden beim Empfänger ankommen und entsprechend quittiert werden. Vorläufig lassen sich aber nur Einzelüberweisungen mit einem Maximalbetrag von 15 TEUR ausführen. Auch sind noch nicht alle Kreditinstitute als Empfänger von Instant Payments erreichbar. Langfristig wird aber erwartet, dass alle Überweisungen sogar standardmäßig als Instant Payments durchgeführt werden. 

Innovativ bleiben und die Zukunft sichern 

Auch in diesem Jahr gab es wieder einige Umstellungen im Zahlungsverkehr, die wir in unserer Software umgesetzt haben. Aber auch in Zukunft erwarten uns alle sicherlich weitere Veränderungen, die sowohl unsere eigene persönliche Zahlweise als auch den Zahlungsverkehr von Unternehmen und Ihren Kunden betreffen - größtenteils dienen solche Veränderungen den Vereinfachungen von Abläufen. Darunter befinden sich aber auch neue technische Entwicklungen, die es erfordern, dass sowohl Softwareentwickler als auch deren Kunden innovativ belieben und aktiv daran arbeiten, Ihre Leistungen den neuen Technologien anzupassen. Nur so bewahren sich alle Marktteilnehmer ihr erfolgreiches Bestehen und können perspektivisch und sicher in die Zukunft schauen.


Dr.-Ing. Thomas Baumann

Dr. Thomas Baumann verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung auf den Gebieten Zahlungsverkehr, Transaction Banking,  Softwareprojektierung und -entwicklung, Financial IT, Servicecenter-Prozesse und Optimierung der Kunde-Bank-Schnittstellen. Nach langjähriger Tätigkeit im Firmenkundengeschäft der Dresdner Bank AG und Commerzbank AG gründete er 2012 in Dresden sein Beratungsunternehmen ZVEXPERT.

ZVEXPERT berät objektiv und unabhängig. Die von außen kommende Erfahrung wagt den Perspektivwechsel.  Analytische Kompetenz bei der Lösung von Projektaufgaben im Zusammenhang mit Zahlungsverkehrs- und Transaction Banking-Prozessen zeichnet ZVEXPERT aus.

Aktuell bilden z.B. die Verbesserung der Abläufe bei der Zahlungszuordnung in Unternehmen  die Umstellung auf camt-Formate, die Einführung virtueller Konten bzw. die Vermittlung von Fachwissen zu den genannten Bereichen seine Schwerpunkte. Zu den genannten Themen führt er auch Workshops für Unternehmen und Banken durch. Mehr Informationen finden Sie unter www.zvexpert.de.

Kontakt:

ZVEXPERT
Dr. Thomas Baumann
Ratsfeld 2
D-01187 Dresden
Tel.: +49 (0) 351 411 3782
Mobil: +49 (0) 1520 987 9348
dr.baumann@zvexpert.de


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