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Wie Nachhaltigkeit und Digitalisierung die Immobilienbranche beeinflussen können

Eingestellt von Jens Hoffstiepel am 23. Januar 2019 15:41:42 MEZ

NAchhaltige Digitalisierung

Trends von Jens Hoffstiepel

Die Immobilienwirtschaft befasst sich immer wieder mit neuen Trends. Die Megatrends Nachhaltigkeit und Digitalisierung sind bei vielen Akteuren der Branche aber schon über einen längeren Zeitraum in den Köpfen verankert. Werden sie einerseits angesichts der stetig knapper werdenden Ressourcen und andererseits aufgrund der (Weiter-)Entwicklung innovativer technischer Voraussetzungen zur Planung und Optimierung sowohl von Immobilien als auch vieler Arbeitsabläufe immer wichtiger. Ein mögliches Zusammenspiel der beiden Trends bietet ein großes Potenzial für die Zukunft der gesamten Immobilienbranche. Woran wir dabei denken, erfahren Sie in folgendem Artikel.

Nachhaltigkeit. Was ist das und warum? 

Der Gedanke der Nachhaltigkeit ist mittlerweile seit vielen Jahren ein oft beschriebenes Leitbild für politisches, wirtschaftliches und ökologisches Handeln. Die nachhaltige Entwicklung wird laut Brundtland-Bericht der Vereinten Nationen von 1987 als eine Entwicklung beschrieben, die gewährt, dass künftige Generationen nicht schlechter gestellt sind, ihre Bedürfnisse zu erfüllen, als die gegenwärtig lebende. Mit Blick auf die Immobilienbranche bedeutet das vor allem eine ressourcenschonende Verwendung von Baustoffen sowie eine für die Nutzungsphase energiesparende Bauweise. Nicht zuletzt sind es diese Faktoren, die momentan tatsächlich besonders in den Fokus der Immobilienwirtschaft, der Bauherren, Investoren und letztendlich der Bewohner rücken. 

Neben den oben genannten Faktoren tragen aber auch die immer häufiger auftretenden Wetterphänomene, wie Stürme, Starkregen, Hochwasser oder Hitzeperioden dazu bei, dass der Nachhaltigkeitsgedanke sich weiter in den Köpfen der Gesellschaft verankert. Den Klimawandel herunterzuspielen oder gar zu verleugnen wäre ein großer Fehler – er wird unseren Alltag erreichen und beeinflussen. Denn er macht letztendlich weder vor unseren Lebensgewohnheiten, noch vor den wirtschaftlichen Plänen und Strategien einer Branche halt. Dabei kann die Immobilienbranche mit ihrem Handeln einen wichtigen Lösungsansatz für einige der genannten Probleme beisteuern und Unterstützung leisten, dem Klimawandel entgegenwirken.

Was die Digitalisierung mit Nachhaltigkeit zu tun hat 

Wer in der Immobilienbranche also über neue Projekte und damit verbundene Nachhaltigkeit spricht, muss diese Faktoren heutzutage im Auge behalten. Dabei helfen letztendlich auch digitale Lösungen - der digitale Wandel ermöglicht intelligentere und nachhaltigere Prozesse, auch im Immobiliensektor, und garantiert damit ein ressourcenschonenderes Handeln. Die mitunter wichtigsten Methoden sind dabei beispielsweise virtuelle Modelle, erstellt mit BIM (Building Information Modelling). Dabei handelt es sich um das mittlerweile schon oft besprochenen und auch genutzte digitale Planungs- und Steuerungskonzept, durch das der gesamte Lebenszyklus einer Immobilie mit virtuellen, digitalen Gebäudeinformationen abgewickelt werden kann. Von der Planung über den Bau bis hin zur Nutzungsphase einer Immobilie. Mittels dieser Methode kann man Einflüsse auf Projektänderungen bezüglich Kosten, Material- oder Energiebedarf unmittelbar sichtbar machen und Optimierungen vornehmen. Der Ressourcenverbrauch einer Immobilie kann ökonomisch und ökologisch optimiert und der gesamte Produktlebenszyklus erfasst werden. 

Energieeffizienz von Immobilien 

Laut Zahlen der Deutschen Energie-Agentur (dena) entfallen 35 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland auf Gebäude. Dabei kann für die meisten Unternehmen allein eine 30 prozentige Senkung des Energieverbrauchs durch simple Energieeffizienzmaßnahmen möglich gemacht werden - darüber hinaus bietet eine Investition in moderne Facility-Management-Lösungen mit smarten Technologien in Verknüpfung mit  Software für das Immobilienmanagement zusätzliche Optimierungsvorteile für das Energiemanagement von Immobilien. Letzten Endes sind derartige Lösungen gut für die finanzielle Bilanz von Unternehmen sowie die ökologische Bilanz einer Immobilie und natürlich für die Umwelt.  

Maßnahmen zu Energieeffizienz sind also nicht nur sinnvoll, weil die Energiepreise in den letzten 15 Jahren um 200 Prozent gestiegen sind - ein intelligentes und effizientes Energiemanagement kann viele Vorteile mit sich bringen. Und besonders der digitale Wandel ermöglicht intelligentere und nachhaltigere Prozesse, auch im Immobiliensektor, und garantiert damit ein nachhaltiges, ressourcenschonenderes Handeln mit dem Nebeneffekt einer besseren Wirtschaftlichkeit. 

Nachhaltiger aufgrund Digitalisierung 

Nicht nur voneinander getrennt gesehen bieten Digitalisierung und Nachhaltigkeit also große Potenziale, die gesamte Immobilienbranche zu beeinflussen. Hat die Branche doch aufgrund ihres Einflusses auf den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie von Planung über Bau bis hin zum Betrieb einen großen Anteil an einer nachhaltigen Umsetzung und kann dabei viele Faktoren mithilfe der Digitalisierung weiter optimieren. Letztendlich bietet die Kombination aus einer nachhaltigen Denkweise, unterstützt vom Einsatz digitaler Lösungen während der unterschiedlichen Phasen von Gebäuden enorme Potenziale für die Effizienzsteigerung in verschiedensten Bereichen der Immobilienbranche - sei es beim Energieverbrauch bzw. -management oder dem Bau von Immobilien. 

Digitale Verbrauchserfassung – energieeffizient mit smarten Technologien 

Als Maßnahme mit großem Mehrwert für eine nachhaltige Bewirtschaftung von Immobilienbeständen dient beispielsweise die heute mittlerweile oft eingesetzte die digitale Verbrauchsdatenerfassung. Dabei werden relevante Daten mittels Softwareprogrammen erfasst, gepflegt und analysiert - das dafür nötige Instrument ist der sogenannte Smart Meter. Dabei handelt es sich um einen intelligenten Stromzähler, der digitale Daten empfangen und senden kann. Auf diese Weise können Tarifänderungen oder Stromverbräuche direkt ausgewertet oder an Softwarelösungen für das Immobilienmanagement für anfallende Betriebskostenabrechnungen übermittelt werden - das steigert die Effektivität der Verwaltung und optimiert der Erstellung besagter Betriebskostenabrechnungen. Die Möglichkeit des regelmäßigen, direkten Zugriffs auf die Verbrauchswerte und Informationen erlaubt es, Stromfresser schnell zu identifizieren und den Energieverbrauch zu optimieren. 

Derartige Technologien sind heute oft schon in Smart Buildings bzw. Smart Homes verbaut. Die darin integrierten Haushalts- und Multimedia-Geräte sowie Licht und Heizung können interagieren und zentral (fern)gesteuert werden - so werden einerseits Alltagsvorgänge automatisiert, andererseits hat der Nutzer die Möglichkeit die Geräteeinstellungen von beispielsweise Heizung, Licht oder Lautsprechern per Smartphone derart an seine persönlichen Bedürfnisse anzupassen, dass sie nur genutzt werden, wenn er sie wirklich benötigt. 

Smarte Technik passt sich so aufgrund ihrer intelligenten Steuerung an verschiedene Verbrauchssituationen der Nutzer optimal an. Werden Abläufe entsprechend nachhaltig automatisiert sowie effektiv gesteuert und Geräte vernetzt, sind effiziente Optimierung des Energieverbrauches und Einsparmöglichkeiten einfach umsetzbar - Verbräuche und Kosten können mit derartigen digitalen Technologien immer weiter reduziert werden. 

Nachhaltigkeit schon bei der Planung – green Buildings 

Investoren und Gebäudeeigentümer- bzw. mieter achten heutzutage immer stärker auf die ökologische Nachhaltigkeit ihrer Neubauten. In erster Linie steht dabei zuerst eine nachhaltige, energieeffiziente Gebäudesubstanz im Vordergrund. Zertifikate wie LEED, DGNB oder BREEAM untermauern diese Niedrigenergie-Immobilien und damit das grüne Planen, Bauen und Betreiben derartiger Gebäude. Nachhaltiger gestaltete Immobilien, sogenannte Green Buildings, zeichnen sich durch einen geringstmöglichen Energieverbrauch aus und erfahren eine zunehmende Nachfragesteigerung. Sie sind wirtschaftlich effizienter, umweltfreundlicher und ressourcensparender und bieten damit den Vorteil, langfristig einen hohen Wert zu behalten - so bieten sie einen maximalen Nutzen sowohl für den Eigentümer, als auch für Mieter und Gesellschaft bei einem Minimum von verbrauchter Fläche, Material und Energie. 

Effiziente Betriebsphase von Immobilien 

Die Betriebsphase spielt im Lebenszyklus von Immobilien eine sehr große Rolle. Digitale Technologien versprechen aufgrund einer intelligenten Bewirtschaftung sowie Nutzung von Gebäuden dabei einen großen Fortschritt und riesigen Mehrwert für die Energieeffizienz und die ökonomische Nachhaltigkeit immer vor dem Hintergrund, dass die Nutzungsphase in Lebenszykluskosten einer Immobilie die größten finanziellen Aufwendungen darstellen. Technische Anlagen regelmäßig warten und dadurch die effiziente Funktionsfähigkeit sicherstellen, Umbau- und Erhaltungsinvestitionen im Sinne der Nachhaltigkeit realisieren, Verbrauchsdaten kennen und analysieren – mit Software für das Immobilienmanagement können derartige Prozesse einfach organisiert und umgesetzt werden. So werden während der Bewirtschaftungsphase mithilfe digitaler Lösungen Einsparpotenziale realisiert. 

Für die Zukunftsfähigkeit einer Immobilie lohnt es sich demnach auf digitale Lösungen für ein nachhaltiges und wirtschaftliches Management von Immobilien zu setzen. Aufgrund des Klimawandels dürften die gesetzlichen Vorgaben für Immobilien zukünftig immer strenger werden. Dank digitaler Lösungen für die Planung und den Bau von Immobilien sowie Software für das Immobilienmanagement ist eine nachhaltige Gestaltung der vieler energieintensiven Prozesse in der Immobilienbranche deutlich leichter möglich, da sie wesentlich intelligenter ablaufen können als bisher. Objekte, die nachhaltige und digitalisierte Anforderungen erfüllen, sind letztendlich zukunftssicherer und besitzen weniger Risiken.

Foto: chuttersnap auf Unsplash

Topics: Trends


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