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Startschuss für Smart Meter: Vorteile und Herausforderungen digitaler Stromzähler

Eingestellt von Redaktion am 1. Februar 2017 09:31:11 MEZ

Startschuss Smart Meter

Digitales & Technologie von Redaktion

Im Zuge der Energiewende werden digitale Stromzähler für viele Haushalte zur Pflicht. Verbraucher und Stromanbieter sollen von mehr Verbrauchs- sowie Kostentransparenz profitieren.

In diesem Artikel erfahren Sie, was es mit der Digitalisierung der Energiewende auf sich hat, welche Vorteile Smart Meter bieten und auf welche Herausforderungen sich Hausverwalter, Eigentümer und Mieter einstellen müssen.

Eine neue Stromzähler-Ära beginnt

Seit September 2016 ist das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) in Kraft, das die Digitalisierung der Energiewende vorantreiben soll. Im Kern geht es um die Einführung digitaler Stromzähler, die in den nächsten Jahren sukzessive die bislang verwendeten mechanischen Zähler ablösen werden.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie begründet die Notwendigkeit intelligenter Messsysteme unter anderem mit der Umstellung auf Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen. Da diese Form der Energiegewinnung wetterabhängig ist, muss sie flexibel auf Wettereinflüsse und stärker als bisher auf den jeweiligen Strombedarf reagieren können. Dazu werden umfangreiche Daten über die Erzeugung und den Verbrauch benötigt. Intelligente Stromzähler sollen zusätzlich eine sichere und standardisierte Kommunikation in den Energienetzen ermöglichen.

Neubauten und grundsanierte Gebäude müssen bereits seit 2010 gemäß des Energiewirtschaftsgesetzes über digitale Stromzähler verfügen, solange es wirtschaftlich vertretbar und technisch machbar ist. Der Zeitplan des neuen Messstellenbetriebsgesetzes sieht folgende Stichtage vor, ab denen sich die jeweils genannten Gruppen um die Einrichtung intelligenter Stromzähler kümmern müssen:

  • 1. Januar 2017: Großverbraucher mit einem Strombedarf von mehr als 10.000 kWh pro Jahr müssen sich schon jetzt mit Smart Metern befassen. Dazu kommen Betreiber von Photovoltaikanlagen mit mehr als sieben Kilowatt Leistung.
  • 1. Januar 2020: Wer mehr als 6.000 kWh im Jahr verbraucht, wird sich in drei Jahren um die Anschaffung eines digitalen Stromzählers kümmern müssen. 

Ab den beiden genannten Terminen haben die jeweiligen Gruppen acht Jahre Zeit, ihre komplette Strommessanlage auf Smart Meter umzurüsten.

Vorteile und Entwicklungsstand intelligenter Stromzähler

Das intelligente Messsystem umfasst den digitalen Stromzähler und das dazugehörige Smart-Meter-Gateway, das Verbrauchsdaten verschlüsselt via Internet an die Energieerzeuger und Verbraucher weiterleitet. Der Wohnungsnutzer hat so die Möglichkeit, den Stromverbrauch per Smartphone-App in Echtzeit zu sehen, mit anderen Verbrauchswerten zu vergleichen und so Stromfresser zu identifizieren.  

Netzbetreiber und Energielieferanten können ihre Stromproduktion an den jeweiligen Bedarf anpassen und flexible Tarife anbieten. Im Idealfall produzieren Anbieter nur so viel Strom, wie tatsächlich verbraucht wird.

Der Start der neuen Technologie gestaltet sich momentan noch etwas zögerlich. Kein intelligenter Stromzähler mit Gateway hat bisher die Zulassung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik bekommen. Laut des Verbands der Elektrotechnik sind jedoch mehrere entsprechende Geräte in der Entwicklung.

Pflichten für Eigentümer und Vermieter

Für den Austausch der mechanischen Stromzähler gegen Smart Meter hat der jeweilige Messstellenbetreiber zu sorgen. In der Regel wenden sich die Stadtwerke an die Wohnungsfirmen, sobald der Zähler gewechselt werden soll.

In Mietshäusern hat der Vermieter die Möglichkeit, den Einbau von Smart Metern zu veranlassen. Wenn ein Mieter einen digitalen Stromzähler fordert, muss der Vermieter dem Wunsch entsprechen. Der Gebäudeeigentümer trägt die Kosten für die Einrichtung des Standorts für das Smart Meter. Dazu gehört die Anbringung einer Grundplatte, der Zählerkästen und die Verkabelung.

Die finanziellen Aufwendungen für die intelligenten Stromzähler darf der Vermieter nicht über die Betriebskosten auf die Mieter umlegen.

Herausforderungen durch Smart Meter

So sehr die Bundesregierung die Digitalisierung der Energiewende und die damit einhergehende Smart-Home-Vernetzung auch anpreist, müssen Sie trotzdem zwei zentrale Herausforderungen beachten:  

Zusatzkosten durch Installation und Betrieb

Teile der Wohnungswirtschaft zweifeln daran, ob die zu erwartenden Einsparungen beim Verbrauch groß genug sind, um die Zusatzkosten für Aufstellung und Betrieb auszugleichen. Außerdem gibt es noch keine lastabhängigen Stromtarife, von denen Nutzer preislich profitieren könnten. Gehen Sie am besten auf die Energieversorger zu und informieren Sie sich über aktuelle Smart-Meter-Angebote und -Tarife.

Unklare Datenschutzlage

Zwar spricht das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie von einer „datenschutz- und datensicherheitskonformen Einbindung von Zählern“. Verbraucherschützer warnen aber vor Hackerangriffen, da die Online-Datenübertragung im Smart-Home-Bereich wegen nur geringfügig geschützter Apps ein Sicherheitsrisiko bedeuten kann.

Neue, auf dem Markt kaum getestete Technologien sind meist noch unausgereift und beinhalten Sicherheitslücken, die Hersteller erst im Laufe der Zeit in den Griff bekommen. Zudem sieht der Stromanbieter anhand der Smart-Meter-Daten, wann jeder einzelne Kunde mit welchem Smart-Home-Gerät wieviel Strom verbraucht. Einige Menschen dürften das als Eingriff in ihre Privatsphäre empfinden.

Schlussendlich wird die Praxis zeigen, ob die Kritik seitens Verbraucherschützern und der Wohnwirtschaft begründet ist.

Energiewende mithilfe digitaler Technik

Um die Auseinandersetzung mit intelligenten Stromzählern werden Wohnungsunternehmen und Verwalter in Zukunft nicht herumkommen. Der Gesetzgeber hat mit der Digitalisierung der Energiewende die Richtung vorgegeben und die Hersteller müssen mit entsprechenden Smart Metern nachlegen. Herausforderungen wie der Datenschutz und die unklare Kostensituation zeigen jedoch, dass noch einiges zu tun bleibt. Nichtsdestotrotz bieten sich Stromlieferanten wie Verbrauchern Vorteile, darunter die Transparenz der Energiekosten, eine detaillierte Verbrauchsanalyse und die rein bedarfsorientierte Energielieferung.


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