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Moderne Mobilitätskonzepte - wie die Immobilienwirtschaft unterstützen und profitieren kann

Eingestellt von Jens Hoffstiepel am 12. Dezember 2018 09:51:50 MEZ

Mobilitaet

Trends von Jens Hoffstiepel

Nicht nur der Wohnraummangel ist ein in der Gesellschaft viel diskutiertes Thema - besonders in Großstädten und Ballungsräumen stellt sich die Frage der optimalen Fortbewegung immer mehr und wird zu einem der wichtigsten Zukunftsthemen - auch in der Immobilienwirtschaft. Neben den gerade verordneten Dieselfahrverboten sind Faktoren, wie übermäßiges Verkehrsaufkommen zu den Pendelzeiten, Parkplatzmangel in vielen Stadtzentren, sowie unzureichendes ÖPNV-Angebot mit schlechten Verbindungen, Streiks und ungerechtfertigten Preisen, derzeit beherrschende Themen. Aus diesen Gründen suchen die Menschen nach passenden Alternativen und die Art der Mobilität wird sich einem Wandel unterziehen – dabei treten Modelle, wie CarSharing und die E-Mobilität mehr und mehr in den Vordergrund. Doch was hat die Immobilienwirtschaft damit zu tun? Das erfahren Sie in folgendem Artikel.

Nachhaltigkeit als Vermarktungsfaktor 

Nachhaltige Ideen bei der Immobiliennutzung kommen immer mehr zum Tragen. Energieeffizientes Umbauen, Mieterstrom mit Solarenergie oder Passivhaus-Standards und begrünte Fassaden - immer mehr Unternehmen der Immobilienwirtschaft verschreiben sich der Idee nachhaltig zu planen und kommen damit den Wünschen und Anforderungen vieler ihrer Kunden nach. Denn ein großer Teil unserer Gesellschaft lebt immer bewusster und passt seinen Alltag einer nachhaltigen Lebensweise an. 

Neben dem nachhaltigen Gedanken beim Wohnen rückt derzeit ein weiteres Thema immer mehr in den Fokus der öffentlichen Diskussion – die Mobilität von Menschen. Die aktuellen Nachrichten sind momentan geprägt durch das Dieselfahrverbot und die Abgasskandale in der Automobilindustrie. Städte, Kommunen und deren Bewohner stehen vor grundlegenden Herausforderungen im Bereich der (Neu-)Organisation von Mobilität. Dabei werden natürlich auch immer wieder Alternativen angesprochen – E-Mobilität, ÖPNV oder Car-Sharing sind Begriffe, die dabei immer wieder fallen. Die günstige, unproblematische aber auch nachhaltige Fortbewegung wird so immer mehr zu einem wichtigen Thema bei Unternehmen, Dienstleistern und Endverbrauchern. 

Warum Alternativen benötigt werden? 

Aktuell leben circa 75 Prozent der deutschen Bevölkerung in Städten, Tendenz steigend. Für Anwohner stellen bedarfsgerechte Mobilitätslösungen bereits ein attraktives Angebot dar, aber das Potenzial ist bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Begünstigt wird diese Entwicklung noch mehr von Aspekten, wie der Parkplatzsituation in den Städten sowie der oft überfüllten Straßen und Autobahnen mit der dementsprechenden Staugefahr und geringen Durchschnittsgeschwindigkeit. Der Wohnraummangel und die damit in Verbindung stehenden gestiegenen Wohnraumkosten lassen zudem für viele Menschen den parallelen Unterhalt eines Fahrzeuges nicht zu. 

Mobilitätskonzepte bei der Immobilienentwicklung mit einbeziehen 

Bedarfsgerechte Angebote im Kontext der innovativen Immobilienentwicklung gewinnen daher langsam an Bedeutung, sind jedoch überwiegend noch Ausnahmefälle. Bei zurzeit laufenden Projektentwicklungen besteht die Gefahr, durch fehlendes Know-how und nur langsam erwachendes Bewusstsein über deren tatsächliche Bedeutung, die nachhaltige Planung und Steuerung von Mobilitäts- und Energiedienstleistungen zu unterschätzen.  

Neue Mobilitätskonzepte für die Gesellschaft wirken sich aber mittelfristig auch auf die Immobilienwirtschaft aus und lassen sich im Gegenzug auch von ihr beeinflussen - beispielsweise steht die Frage im Raum, wo die zukünftigen Besitzer eines E-Mobiles ihr Fahrzeug denn eigentlich aufladen.  

Das Thema Mobilität könnte daher für die Immobilienwirtschaft ein Fluch und Segen zugleich werden. Zum einen werden Immobilienbesitzer und die Unternehmen der Immobilienwirtschaft teilweise in den Fokus rücken, weil sie auf gewisse Weise zum Handeln gedrängt werden, Immobilien mit Ladestationen auszustatten oder Alternativen anzubieten. Seien es Wohnimmobilien, Bürogebäude oder Gewerbeimmobilien. Um die E-Mobilität zu etablieren, muss mit der steigenden Anzahl von Elektroautos auf den deutschen Straßen auch eine immer bessere Möglichkeit für das Aufladen dieser Fahrzeuge geschaffen werden - denn mal kurz, innerhalb von fünf Minuten, an der Tankstelle aufladen funktioniert nicht. Die Ladezeit von E-Mobilen beträgt einige Stunden. D. h., die Besitzer müssten Ihr Fahrzeug bestenfalls zuhause über Nacht oder den ganzen Tag während der Arbeitszeit an die Steckdose anschließen. 

Ladestationen als zusätzlicher Service und Einnahmequelle 

So kann die E-Mobilität auch eine Chance für die Immobilienwirtschaft darstellen, sich mit zusätzlichen Serviceangeboten bei den Kunden und auf dem Markt zu profilieren sowie letztendlich sogar Zusatzeinnahmen zu erwirtschaften. Ladestationen für E-Mobile sollten zukünftig in die Tiefgaragen einer jeden Wohnimmobilie und in jedes Parkhaus eines Bürokomplexes gehören, wobei das Aufladen natürlich kostenpflichtig ist. Daneben könnten Ladestationen aber auch vor einer Immobilie in Form öffentlicher, bezahlter Parkplätze mit Ladestation geschaffen werden – quasi eine kostenpflichtige E-Ladetankstelle. 

CarSharing als Dienstleistungsangebot 

Neben der E-Mobilität werden auch CarSharing Modelle beliebter und finden besonders in Großstädten und Ballungsräumen immer mehr Anhänger. Familien wollen flexibel sein und umweltbewusste Menschen möchten kein eigenes Auto haben. Dazu machen die Bestellmöglichkeiten über das Internet und dazugehörige Lieferdienste den eigenen Transport oft weitestgehend überflüssig. Das CarSharing Modell bietet sich für diese Menschen also an. Wenn die geteilten Fahrzeuge letztendlich auch noch mit Strom angetrieben werden - umso besser. Besonders in Wohnquartieren kann ein solches Modell eine gut umsetzbare und Mehrwert schaffende Dienstleistung von Immobilienunternehmen sein - ein Fuhrpark als Zusatzservice der Immobilienverwaltung – warum nicht den eigenen Mietern eine CarSharing Flotte anbieten und zusätzliche Mieteinnahmen für Fahrzeuge sichern? 

Residential CarSharing 

Vereinzelt existieren bereits bestehende Konzepte, wie z. B. Residential CarSharing. Residential CarSharing beschreibt eine stationsbasierte Mobilitätslösung, die es Bewohnern einer Immobilie ermöglicht, Autos aus einer Flotte, die exklusiv den Anwohnern zur Verfügung steht, auf Abruf zu nutzen. Bewohner können die Fahrzeuge zeitlich variabel anmieten - benötigt man für private Zwecke beispielsweise für Besorgungen oder Ausflüge ein Fahrzeug kann man es minuten-, stunden- oder tageweise per App reservieren und nutzen. Immobilienkonzepte, die Residential CarSharing von Anfang an einplanen und anbieten, erhöhen nicht nur den Wert der Immobilie. Sie können darüber hinaus langfristige Kosteneinsparungspotenziale durch die Reduzierung des Parkplatzschlüssels erzielen. Zudem ist ein solches Mobilitätsangebot ein zusätzliches Alleinstellungsmerkmal für Vermieter.  

CarSharing aufgrund digitaler Lösungen gut umsetzbar 

Die Nutzung digitaler Lösungen macht das Ganze heutzutage relativ einfach möglich. Softwarelösungen für das Management von CarSharing Flotten bieten Immobilienverwaltern jederzeit eine Übersicht über alle Buchungen, die zurückgelegten Strecken und den Zustand der Fahrzeuge - eventuelle Störungen werden sofort gemeldet. Die Schlüssel aller Poolfahrzeuge können in einem vollautomatischen Schrank im Gemeinschaftsbereich verwahrt oder je nach eingesetzter Lösung sogar im Fahrzeug, in einem sogenannten Carsharing-Kit, deponiert werden - die Schlüsselkästen bzw. die Autos selbst öffnet der autorisierte Nutzer einfach mit einer PIN oder über die App, mit der die Fahrzeuge auf jedem Smartphone oder Tablet reserviert, gebucht und aufgefunden werden können. Reservieren, losfahren und wiederabstellen der Autos, ist für die Nutzer leicht und unkompliziert. 

Auch für die Abrechnung der Fahrten gibt es die passende Lösung. Wenn erwünscht, können die Kosten jeder einzelnen Fahrt nach Ende sofort abgebucht oder einer Software für das Immobilienmanagement hinzugefügt werden, worüber sie dann mit der Miete oder gegebenenfalls der Nebenkostenabrechnung abgerechnet werden.  

Mithilfe moderner technischer Lösungen kann die Immobilienwirtschaft die auf die Gesellschaft zukommende Veränderung in der Mobilität gegebenenfalls mittragen und positiv für sich nutzen - anfängliche Investitionen in die oben beschriebenen Konzepte können über die kostenpflichtige Nutzung der Angebote wieder eingeholt werden. Sich mit zusätzlichen, “nachhaltigen” Serviceangeboten, wie CarSharing oder Ladestationen für E-Fahrzeuge für Mieter, vom Markt abzuheben und ein Alleinstellungsmerkmal zu schaffen ist zudem ein positiver Effekt, der sich sicherlich bei der Vermietung von Immobilien auszahlen wird.

(Foto: Raban Haaijk on Unsplash)

Topics: Trends


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