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Mieterstrom - Ökologische und ökonomische Chance für die Immobilienwirtschaft und ihre Kunden?

Eingestellt von Jens Hoffstiepel am 21. Februar 2018 14:23:47 MEZ

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Trends von Jens Hoffstiepel

Viele Menschen leben immer bewusster, denken ökologisch und achten mittlerweile immer öfter darauf, wie die von ihnen benötigte und genutzte Energie produziert wird. So liegen erneuerbare Energien voll im Trend und man sieht beispielsweise immer mehr Solarpanele auf Deutschlands Dächern. Oft sind die Photovoltaikanlagen aber nur auf Eigenheimen angebracht - so profitieren dann größtenteils auch nur die Besitzer direkt davon. Über eventuell eingespeisten “Reststrom” haben andere Nutzer unter Umständen nur über Umwege einen Anteil daran - wenn überhaupt. Das Mieterstrommodell schafft Möglichkeiten, mit denen auch Mieterinnen und Mieter direkt von erneuerbarer Energie profitieren können. Immobilienunternehmen würden also durch eine Aufrüstung ihres Bestandes mit Solarstromanlagen nicht nur ihre Immobilien für eine bessere Vermarktung aufwerten, sie würden auch einen ökologischen sowie ökonomischen Mehrwert schaffen und einen großen Beitrag zur Energiewende leisten. Denn ihre Mieter würden direkt von grüner Energie profitieren.

Was ist Mieterstrom?   

Als Mieterstrom wird Strom bezeichnet, der in Solaranlagen auf dem Dach eines Wohnkomplexes oder einer Gewerbeeinheit erzeugt und an Endverbraucher (insbesondere Mieter) dieser Gebäude oder in Wohngebäuden und Nebenanlagen in unmittelbarer räumlicher Nähe ohne Netzdurchleitung geliefert wird. Der von den Mietern dabei nicht verbrauchte Strom wird ins Netz der allgemeinen Versorgung eingespeist und vergütet. Mieterstrom steht also für eine dezentralisierte Stromversorgung und ist lokal erzeugter Strom, der direkt an die Endnutzer bzw. Mieter vermarktet wird. So basiert das gesamte Mieterstrommodell auf einem “Zusammenspiel” zwischen Vermieter, Mieter und Stromanbieter.

Dieser lokale Verkauf bringt einige Vorteile mit sich - die Anlagen des Vermieters werden profitabler, während die Stromkosten für die Mieter fallen. Anders als beim Bezug von Strom aus dem Netz entfallen beim Mieterstrom einige Kostenbestandteile wie Netzentgelte, netzseitige Umlagen, Stromsteuer und Konzessionsabgaben. Zudem erhält der Anlagenbetreiber nicht nur durch den ins Netz der allgemeinen Versorgung eingespeisten Strom einen finanziellen Mehrwert, sondern künftig auch durch eine Förderung für jede Kilowattstunde Mieterstrom - den sogenannten Mieterstromzuschlag. Auf diese Weise rechnet sich das Projekt für den Vermieter noch mehr, und Mieter profitieren vom Strom vom eigenen Dach zu attraktiven Konditionen.

Mehrwert für Immobilienunternehmen durch Mieterstromzuschlag

Bislang rechnete sich der Mieterstrom für Vermieter trotz der vielen Vorteile bei Abgaben und Umlagen in der Regel nicht besonders, unter anderem weil in Mieterstrommodellen erhebliche Kosten für Abrechnung, Vertrieb und Messungen entstehen.
Der Mieterstromzuschlag macht den Mieterstrom künftig aber auch für Vermieter bzw. Betreiber der Anlagen wirtschaftlich attraktiver. Im Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG 2017) wurde ein Förderanspruch für den direkt gelieferten Strom verankert. Demnach erhält der Anlagenbetreiber nun einen „Mieterstromzuschlag“ zwischen 2,75 und 3,8 Cent pro Kilowattstunde und das Beste, von der Zahlung von Netzentgelten, Konzessionsabgaben und einer ganzen Reihe weiterer Umlagen und Steuern wird der Mieterstromproduzent vollständig freigestellt.

Voraussetzungen für Mieterstromzuschlag

Um die Förderung bzw. den Mieterstromzuschlag jedoch zu erhalten, darf der Strom dabei, im Gegensatz zu anderen Mieterstrommodellen, nur aus Solaranlagen mit maximal 100 kWp (ein kWp steht für die Spitzenleistung von Photovoltaik Module) erzeugt werden, die auf dem Dach des Wohngebäudes oder in direkter räumlicher Nähe angebracht sind. Dieser Strom muss ohne die Nutzung des Netzes der allgemeinen Versorgung direkt an die Mieter geliefert werden, wobei der Strompreis 90 % des im jeweiligen Netzgebiet geltenden Grundversorgungstarifes nicht überschreiten darf - überschüssig erzeugter Strom, der nicht im Wohnhaus verbraucht wird, kann ins Netz eingespeist werden. Zudem besteht hier ein Vertragskupplungsverbot mit dem Mietvertrag sowie ein Strompreisdeckel. Dabei hat der Mieterstrom-Nutzer nur einen Vertragspartner für die gesamte Stromlieferung.

Ziel der Förderung ist, Mieterinnen und Mieter unmittelbar an der Energiewende zu beteiligen und weitere Anreize für den Betrieb von Solaranlagen auf Wohngebäuden zu schaffen. Das Mieterstrommodell hilft somit, den Ausbau der erneuerbaren Energien weiter voranzutreiben und direkt in die Städte und an den Endverbraucher zu tragen. Laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ist das Potenzial da, bis zu 3,8 Millionen Wohnungen könnten mit Mieterstrom versorgt werden.

Alternativer Mieterstrom

Neben dieser geförderten Möglichkeit gibt es auch andere Mieterstrommodelle, die auf unterschiedlichen Grundlagen basieren und von einer Förderung ausgeschlossen sind. So wird die Energie mancherorts bereits lange mithilfe von KWK-Anlagen (Kraft-Wärme-Kopplung), Blockheizkraftwerken oder aber Kleinwindanlagen produziert. Für diese Mieterstromlieferungen bestehen andere Voraussetzungen. Hier besteht beispielsweise kein Vertragkopplungsverbot und die Vertragsgestaltung entsteht frei nach dem AGB-Recht. Zudem unterliegen diese Fälle einer freien Preisgestaltung und Mieterstrom sowie Zusatzstrom können durch unterschiedliche Vertragspartner geliefert werden. Auch davon profitieren die Endverbraucher bzw. Mieter enorm, für die Immobilienunternehmen bedeuten diese Möglichkeiten aber zunächst eine nicht geförderte hohe Investition in die technischen Anlagen.

Verwaltungsaufwand mit Software kompensieren

Der steigenden Verwaltung- und Wartungsaufwand, der mit der Installation solcher technischen Anlagen zur Stromerzeugung auf die Immobilienunternehmen zukommt, ist neben der hohen Startinvestition mitunter ein Grund für die bisher seltene Anwendung des Mieterstroms in größerem Maße.
Mit modernen Softwarelösungen für das Immobilienmanagement lässt sich dieser Aufwand jedoch stark minimieren. Mit zusätzlichen Modulen für Technische Objekte sowie Meldungen oder Aufträge lassen sich beispielsweise, Wartungs- bzw. Serviceverträge und Wartungsintervalle problemlos organisieren sowie Wartungsaufträge automatisieren. Einen Überblick über alle wichtigen Daten, die mit den Anlagen zusammenhängen und eine schnelle Reaktion auf eventuelle Störungen ist mit dem Einsatz solcher Lösungen gewährleistet, sodass der vermeintlich höhere Verwaltungsaufwand ganz einfach zu kompensieren ist und Immobilienunternehmen von dem Mehrwert des Mieterstrommodelles profitieren können.

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