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Innovation – der Aufzug erobert die Waagerechte. Wie der Aufzug unser Leben verändern kann.

Eingestellt von Redaktion am 10. Januar 2019 15:35:27 MEZ

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Trends von Redaktion

Bereits heute lebt cirka die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten. Dieser Anteil wird bis zum Ende des Jahrhunderts auf 70 Prozent ansteigen. Die Urbanisierung ist daher schon jetzt und besonders mit Blick in die Zukunft eine globale Herausforderung. Die Entwicklung bzw. der Bau von neuen, innovativen Wohnkonzepten in den Städten wird daher immer wichtiger - besonders der Platzmangel in urbanen Gebieten erweist sich für die Immobilienunternehmen dabei aber immer wieder als Problem. Neben der heute oft angewandten Nachverdichtung wird daher immer mehr in die Höhe gebaut. Ein innovatives Fahrstuhlsystem schafft im Zuge dieses Bautrends neue Möglichkeiten und ermöglicht es, sich in Gebäuden künftig anders zu bewegen als gewohnt – schneller und sogar waagerecht. So eröffnet diese innovative Technik neue Perspektiven für Architektur und die Gebäudetechnik.

Warum in die Höhe? 

Die Schaffung von Wohnraum ist ein weltweit beherrschendes Thema in Gesellschaft und Politik - die anhaltende Zuwanderung der Menschen in die Großstädte trägt ihren Teil dazu bei, dass sich dieses Problem weiter verstärken wird. Der Mangel an Baufläche in den Städten macht die Aufgabe nicht leichter und veranlasst die Unternehmen dazu, in die Höhe zu bauen. So gehört beispielsweise die Optimierung der vertikalen Bauweise in den Städten bei gleichzeitigem Erhalt von Grünflächen für Erholungszwecke zu den wichtigsten Faktoren bei der Entwicklung moderner, intelligenter Städte. Auch wenn die Gebäude in vielen Städten schon heute immer höher werden, hat diese Art des Bauens irgendwo seine Grenzen. Denn dabei sind einige Voraussetzungen und Faktoren zu beachten. Wie sollen Menschen in Zukunft etwa zügig in die 200. Etage transportiert werden?  

Sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus ökologischer Sicht stellen Hochhäuser jedoch eine effiziente Lösung für eine Vielzahl städtebaulicher Herausforderungen dar. Im Vergleich zu kleinen Gebäuden bieten Hochhäuser bei gleicher Grundfläche mehr Platz zum Leben und Arbeiten. Ebenso ermöglicht eine zentralisierte Energieverwaltung die Entwicklung von intelligenten Stromnetzen. Mehr Platz bedeutet aber gleichermaßen auch mehr Menschen – und die müssen innerhalb der Gebäude transportiert werden. 

Desto höher, desto innovativere Aufzugkonzepte 

Die Städte sollen und müssen wachsen, ohne dabei ihre Freiflächen und Parks zu opfern. Sowohl die Anzahl an hohen Gebäuden als auch die Höhe jener Immobilien steigen daher an. Doch das Bauen in die Höhe allein löst nicht das Problem. Je mehr Menschen in einem Gebäude wohnen oder arbeiten, je höher die Menschen in den besagten Hochhäusern transportiert werden müssen, desto mehr und desto schnellere Aufzüge müssen in derartigen Immobilien verbaut werden. Schon heute absolvieren weltweit etwa über zwölf Millionen Aufzüge sieben Milliarden Fahrten pro Tag und befördern dabei über eine Milliarde Menschen. Und laut einer Studie von Studenten der US-amerikanischen Columbia University verbrachten schon allein in 2010 New Yorker Büroangestellte insgesamt 16,6 Jahre mit dem Warten auf Aufzüge. Das zeigt, wie wichtig maximale Effizienz und Verfügbarkeit von Aufzügen ist. 

Desto weiter Immobilien also gen Himmel wachsen werden und je mehr Menschen in den Gebäuden transportiert werden müssen, desto mehr Schächte und Platz sind für die herkömmlichen Aufzüge erforderlich. Die Nutzung heutiger Standardaufzüge beeinträchtigt dabei zudem die Funktionalität, das Design und die Form von Hochhäusern. Aus diesem Grunde werden für den Transport von Menschen in diesen immer höher werdenden Gebäuden dringend innovative Lösungen benötigt. 

Ein Aufzug, der auch waagerecht fährt 

Ein innovatives Antriebskonzept verleiht nun dem Förderelement Aufzug neue Möglichkeiten und schafft so ein neues Potenzial für die Entwicklung höherer, funktionaler Immobilien. Mithilfe der in Deutschland erfundenen Magnetschwebetechnik will thyssenkrupp den Fahrstuhl revolutionieren - dabei gleiten die Kabinen komplett ohne Seile durch die Schächte. Das soll Platz sparen und die Wartezeit für Passagiere deutlich verkürzen.

Die Einsatzmöglichkeiten des MULTI-Aufzugsystems von thyssenkrupp Elevator sind vielfältig - mit dem Einsatz von Linearmotoren können mehrere Kabinen gleichzeitig in einem Schacht betrieben werden - und sich sowohl vertikal als auch horizontal bewegen. Und, aufgrund des Verzichts auf die bislang übliche Seilaufhängung des Korbes können derartige Aufzüge neben der senkrechten auch eine waagerechte Bewegungsrichtung einschlagen.  
Doch wie funktioniert das? Mithilfe der Linearmotortechnologie, die schon für die Magnetschwebebahn Transrapid entwickelt wurde. Das innovative Wechselsystems von MULTI macht es möglich, dass sich der Linearantrieb und das Leitgestänge um 90° drehen. Auf diese Weise können mit dem System mehrere Kabinen problemlos, quasi in einer Dauerschleife, in einem Schaft hinauf und im anderen hinunter fahren – vergleichbar mit einem Ringbahnsystem auf vertikaler Ebene. 

Weniger Wartezeit und weniger Platzbedarf

All das ermöglich völlig neue Immobilienkonzepte und hat wesentliche Folgen für Bauherren und Fahrgäste. Der für die Nutzer bemerkbare - und sehr willkommene - Effekt besteht darin, dass sich die Türen des Fahrstuhles, trotz einer im Vergleich zu Standardaufzugsystemen geringeren Schachtanzahl, alle 15 bis 30 Sekunden öffnen und eine Kabine zum Einsteigen bereitsteht. Dafür werden nicht zuletzt Mitarbeiter mit Arbeitsplatz in Hochhäusern oder aber Bewohner derartiger Immobilien dankbar sein. Hinzu kommt, dass dank einer entscheidenden Reduzierung der Grundfläche, die für das seillose System benötigt wird, nach Unternehmensangaben bis zu 25 Prozent mehr Raum für andere Anwendungen im Gebäude zur Verfügung stehen. 

Da bei etablierten Aufzugsystemen nur eine Kabine pro Schacht möglich ist, steigt mit der Gebäudehöhe der Raumbedarf für herkömmliche Aufzüge. MULTI fasst mehrere Kabinen in einer geringeren Schachtanzahl zusammen. Für die Beförderung in die Höhe gibt es somit zukünftig so gut wie keine Limits, was gerade bei den immer höheren Gebäuden in Verbindung mit dem Platzmangel in den Metropolen der Welt von Bedeutung sein wird. So müssen sich Architekten und Entwickler beim Entwurf und bei der Planung von Immobilien nicht mehr um die Aufzugschachthöhe und vertikale Ausrichtung sorgen. MULTI ermöglicht das Design in alle Richtungen und verringert den Platzbedarf des Aufzugs um bis zu 50 Prozent und erhöht die Förderleistung um mindestens denselben Wert. Dadurch kann beispielsweise auch die Gesamtgröße des Gebäudes, die Außenfläche von Gebäuden und der Gesamtenergieverbrauch reduziert werden.

Pilotprojekt

Das erste MULTI Aufzugsystem wird jetzt im von OVG Real Estate geplanten East Side Tower in Berlin installiert werden. Das Gebäude entsteht in der Nachbarschaft der Mercedes-Benz-Arena und der Warschauer Straße. OVG ist schon für den Bau des weltweit nachhaltigsten Gebäudes “The Edge” bekannt und demnach ein perfekter Partner für die Premiere des innovativen Aufzugsystems. Das Pilotprojekt wird aber sicherlich dazu führen, dass derartige technische Anlagen fortan häufiger in weltweit entstehenden Immobilien verbaut werden. 

Für die Immobilienunternehmen und- verwalter spielt daher mit Blick in die Zukunft auch die Wartung des Systems eine Rolle. thyssenkrupp verrät mit Bezug auf das MULTI-System dazu noch nicht viel, aber bietet schon heute individuelle Servicekonzepte für seine etablierten Aufzugsysteme sowie digitale Notfallsysteme an - zugeschnitten auf die Bedürfnisse und Budgetanforderungen der Immobilienbetreiber. Sollte die Wartung der neuen Aufzugsystem aber aufwendiger ausfallen. Lässt sich die regelmäßige Umsetzung der Servicedienstleistungen problemlos mit Softwarelösungen für das Immobilienmanagement sowie den integrierten Modulen für technische Objekte organisieren - alle Daten der gesamten Gebäudetechnik, also auch der Aufzüge, können damit zentral, übersichtlich und effizient erfasst werden.

Letztendlich gibt es also wenig Gründe, warum das neue, innovative Aufzugsystem die die Monopolstellung des konventionellen Aufzugs 160 Jahre nach seiner Erfindung nicht revolutionieren sollte.

Foto: Daan Stevens auf Unsplash

Topics: Trends


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