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Ganzheitliche Software, Proptechs, Schnittstellen – Unternehmen der Immobilienwirtschaft brauchen...

Eingestellt von Jens Hoffstiepel am 7. Juli 2021 11:57:54 MESZ

Schnittstellen

Digitales & Technologie von Jens Hoffstiepel

Mietinteressenten einfach verwalten und den idealen Mieter finden, unkomplizierte Kommunikation, digitale Objektübergaben, Wohnungen im virtuellen 360-Grad-Rundgang besichtigen, Mietverträge digital abwickeln – bei der Digitalisierung immobilienwirtschaftlicher Prozesse ergeben immer mehr Möglichkeiten.

Proptechs mit innovativen Ideen entwickeln viele neue “Impulse” zur Vereinfachung von Prozessen. Manche dieser Lösungen können für die Unternehmen der Branche sowie die Verbraucher tatsächlich sehr nützlich sein - daher schaffen sie es, sich auf dem Markt zu behaupten. Andere hingegen verschwinden nach wenigen Monaten wieder.

Woran liegt das? Worin liegen die Herausforderungen, um auf dem Markt zu bestehen? Und was sollte zukünftig sowohl aufseiten der Unternehmen der Immobilienwirtschaft bzw. der Anwender als auch aufseiten der bewährten Anbieter von Softwarelösungen für das Immobilienmanagement und der neuen Proptechs beachtet werden? 

Lang etablierte Software für das Immobilienmanagement

In der Immobilienwirtschaft lassen sich viele Prozesse durch digitale Lösungen und Plattformen zunehmend erleichtern. Schon lange lassen sich mithilfe von Softwarelösungen für das Immobilienmanagement nahezu alle Informationen zu einem Mietverhältnis oder verwalteten Objekten binnen Sekunden abrufen. Dazu kommen seither viele hilfreiche Möglichkeiten für die Planung und die Automatisierung von regelmäßig anfallenden Aufgaben - so können beispielsweise Instandhaltungsprozesse problemlos abgebildet werden oder Nebenkostenabrechnungen genauso mit nur wenigen Klicks erstellt werden, wie Reportings zu allen buchhalterischen Prozessen und zu jedem Objekt. Diese Lösungen haben sich lange etabliert. 

Neue technische und digitale Lösungen - Proptechs

Zu den etablierten Anbietern gesellen sich in den letzten Monaten und Jahren immer wieder neue technische und digitale Lösungen bzw. Hilfsmittel - Proptechs. Wem das noch nichts sagt, hier kurz erklärt: Der Name Proptech ist eine Zusammensetzung der Worte Property und Technology - dahinter stehen meist StartUps mit immobilienwirtschaftlichem Hintergrund, die auf bestimmte immobilienwirtschaftliche Aufgabe spezialisierte Software entwickeln.

Manchmal trügt der schöne Schein

Viele dieser Anbieter werben damit, innovativ zu sein. Manche sind es gewiss auch. Sie bringen moderne Lösungen, für die durch technische oder auch gesellschaftliche Weiterentwicklungen neu entstandenen Aufgabenbereiche, auf den Markt. Bei einigen aber trügt der schöne Schein auch nur. Ein hübsches Outfit und einige schöne Dashboards machen sie noch lange nicht zur innovativen und besseren Lösung für die Umsetzung von Anforderungen, als manch umfassende Software, die es schon lange am Markt gibt - es sind also nicht alle Proptechs wirklich so hilfreich, wie sie es versprechen.  

Mehrwert von Proptechs

Einige der neuen Lösungen hingegen liefern Immobilienunternehmen jedoch wertvolle Unterstützung, um den gestiegenen Serviceanforderungen gerecht zu werden. So vereinfachen zusätzliche Apps oder Kundenportale beispielsweise die Kommunikation und Vernetzung mit Mietern, Vertragspartnern und Handwerkern. Andere wiederum ermöglichen digitale Objektübergaben oder das Inserieren in den gängigen Immobilienportalen mit wenigen Mausklicks und verschaffen Anwendern gleichzeitig einen Überblick über Mietinteressenten, um den passenden Mieter zu finden.  

Bandbreite der etablierten Lösungen unschlagbar 

So wichtig diese neuen Lösungen auch sein werden, lässt sich eines nicht von der Hand weisen. Einige etablierte Softwarelösungen für das Immobilienmanagement sind nicht umsonst äußerst lange auf dem Markt. Und auch diese Anbieter entwickeln ihre Lösungen dabei stetig weiter - der technische Fortschritt ist dabei natürlich ein ausschlaggebender Faktor. Aber auch neue Gesetzesvorlagen oder Veränderungen im Zahlungsverkehr müssen in einer komplexen Branche wie der Immobilienwirtschaft immer wieder berücksichtigt werden. Dabei ist eine große Branchenkenntnis vonnöten, um diese Veränderungen frühzeitig zu erkennen und in der Software umzusetzen. Denn die Anbieter der umfassenden Lösungen decken eine sehr große Bandbreite der Aufgaben und Anforderungen ab, die im Immobilienmanagement täglich bzw. regelmäßig benötigt werden – und nicht nur einen winzigen Teilbereich. 

Denn genau da liegt der Haken bei vielen der auf den Markt strömenden Proptechs. Als Einzellösungen für bestimmte, speziualisierte Aufgaben sind sie im ersten Moment innovativ bzw. sinnvoll, doch welcher professionelle Immobilienmanager will schon für jede Aufgabe ein anderes Programm öffnen. Das macht die tägliche Arbeit kompliziert und umständlich.  

Schnittstellen können an diesem Punkt helfen

Oft ist für den Erfolg neuer Lösungen und Plattformen daher ein gewisses Marktverständnis von großem Vorteil. Und das nicht nur im Bereich der Immobilienwirtschaft - sie sollten auch den Softwaremarkt der altbewährten Anbieter kennen. Denn nur wer neben den Grundbedürfnissen und Problemen der Immobilienbranche sowie deren Kunden auch die Möglichkeiten gegebener Kooperationen im Auge hat und problemlose Anbindungen an andere Softwarelösungen anbietet, wird sich langfristig durchsetzen.

Die etablierten Lösungsanbieter beobachten den Markt der Proptechs genau und wissen, welche Lösung sinnvoll und nützlich ist - im Zuge der Konkurrenzanalyse und eventueller Partnerschaften ist das unabdingbar. Der große Vorteil: Sie können aufgrund ihrer Erfahrung in der Anbindung von Lösungen und "offener" Schnittstellen die problemlose Integration von Partnersoftware ermöglichen. Immer mit dem Hintergrund, Prozesse abbilden zu können, die die eigene Software sinnvoll ergänzen - denn die Kunden erwarten bestenfalls eine Gesamtlösung. 

Proptechs sollten offen für Schnittstellen sein 

Von Innovationen ist im Bereich der Poptechs oft die Rede - innovativ mögen viele Lösungen sein und in einigen Bereichen sogar sehr gut und sinnvoll. So versprechen viele Proptechs eine ultimative Lösung, können aber oft nur einen kleinen Teilbereich oder sogar nur eine Aufgabe der vielfältigen Tätigkeiten einer Immobilienverwaltung abdecken. Möchte man als Nutzer letztendlich nur einen solchen Teilbereich abdecken, haben die Proptechs also viel zu bieten. Benötigt man für die umfassende Aufgabenvielfalt in der Immobilienwirtschaft als Anwender hingegen ein großes Ganzes, können die Proptechs oft nur eine Ergänzung zur genutzten Verwaltungssoftware sein. Ein großes Augenmerk auf Seiten der Nutzer sollte daher auf die Schnittstellenoffenheit der neuen Lösungen gerichtet sein. Wichtig ist hier, dass die neue Applikation in die bisher genutzte Verwaltungssoftware eingebunden werden kann.    

Einige Proptechs sind nur leider nicht so integrativ, wie man es vermuten sollte und sich wünschen würde - mit dieser Herangehensweise werden wohl aber nur die Lösungen den Markt erobern, auf die wirklich niemand verzichten möchte. Die Anbieter von innovativen Teillösungen sollten die Schnittstellenoffenheit daher nicht vernachlässigen. Lösungen, wie das mittlerweile schon lange auf dem Markt erfolgreiche Casavi, die Lösung EN.Tab von Enloc oder ein relativ frisches Konzept, wie EverReal haben das erkannt und sich so erfolgreich auf dem Markt positioniert und bewährt. 

Casavi als Lösung zur Vereinfachung von Kommunikationswegen vernetzt zum Beispiel möglichst viele Mitwirkende bei der Verwaltung und der Nutzung von Immobilien – dazu gehören Immobilienverwalter, Mieter, Hausmeister, Energieversorger und Gebäudeversicherer. 

EverReal als CRM-Lösung für die Portalvermarktung und das Interessentenmanagement unterstützt dabei, den Vermietungsprozess zu optimieren – beispielsweise indem direkt aus der genutzten Managementsoftware mit wenigen Klicks Inserate in den gängigen Immobilienportalen erzeugt werden können.  

Und En.Tab ist eine voll integrierbare mobile Lösung, die eine Dokumentation vom Zustand von Objekten jeder Art, die Erfassung aller Zählerstände, das Versenden aller wesentlichen Verbrauchsdaten auf Knopfdruck sowie die digitale Objektübergabe ermöglicht. 

Spezialisierung vs. Vielfalt 

Der "Widerspruch" aus der Spezialisierung auf spezifische Kundenprobleme gegenüber der Abdeckung vieler immobilienwirtschaftlicher Aufgaben beschreibt einen entscheidenden Faktor. Je genauer innovative Softwarelösungen auf bestimmte Aufgaben zugeschnitten sind, desto besser funktionieren sie in diesem bestimmten Segment - dadurch sind die Produkte allerdings schwierig standardisierbar und integrierbar. Die erfahrenen Anbieter von Softwarelösungen für das Immobilienmanagement haben das erkannt und bieten mit Sonderprogrammierungen für spezifische Kundenwünsche oder der Integration von spezialisierten Partnerlösungen hier Abhilfe. Mit diesem Service decken sie die Wünsche von Kunden sowie Nutzern ab und entwickeln gleichzeitig ihre eigenen Lösungen weiter. Der Vorteil liegt auf der Hand - die anfallenden Aufgaben von Unternehmen der Immobilienwirtschaft sind aus einer Lösung heraus zu bearbeiten und das oft zu einem kostengünstigeren Preis, als es die Anschaffung einer zusätzlichen komplett neuen Software mit sich bringt. 

Die Mischung aus einer umfassenden Software für das Immobilienmanagement und innovativen, spezialisierten aber dennoch integrativen Lösungen wird in Zukunft wohl der Schlüssel zum Erfolg sein. Sowohl die Seite der Proptechs als auch die gängigen Anbieter von Softwarelösungen für das Immobilienmanagement sollten ihre Augen nach allen Seiten offen halten und sich nicht den Kooperationen, Partnerschaften und Integrationen verwehren.

Topics: Digitales & Technologie


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