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Energiemanagement der Zukunft - ökologisch und ökonomisch profitabel

Eingestellt von Redaktion am 8. März 2018 12:45:40 MEZ

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 Management & Verwaltung von Redaktion

Oft behandeln wir in diesem Blog Themen rund um die Digitalisierung der Immobilienwirtschaft, den daran beteiligten Unternehmen oder Prozessen und Entwicklungen, die mit der Branche in Zusammenhang stehen. Aufgrund der möglichen Veränderungen in der Energieversorgung haben wir in einem unserer letzten Artikel daher über das Mieterstrommodell berichtet. Da die Energieversorgung im weiteren Sinne auch zur Immobilienwirtschaft gehört und durch Ansätze, wie beispielsweise den Mieterstrom, Veränderungen bzw. Entwicklungen in diesem Bereich entstehen, wird ein durchdachtes Energiemanagement für Immobilien zukünftig einige Vorteile mit sich bringen. Wie in vielen anderen Disziplinen findet dies heute natürlich auch immer mehr digital statt.
Aber was bedeutet das? Reden wir über digitales Energiemanagement, reden wir über die Energieversorgung der Zukunft. Daher befassen wir uns in diesem Artikel mit einigen Faktoren, die für die zukünftigen Energieversorgung nützlich sein könnten.

Energieverbraucher wird auch zum Energieversorger

Mit dem Hintergrund, unsere künftige Energieversorgung ökologisch und ökonomisch sinnvoll sicherzustellen, ist es wahrscheinlich, dass die klassische Trennung zwischen Produzent und Konsument immer mehr schwindet und viele Energieverbraucher gleichermaßen zu Energieversorgern werden. Gleichzeitig wird die Nutzung erneuerbarer Energien im Zuge der Energiewende und des ökologischen Denkens vieler Endverbraucher immer prominenter und sowohl Unternehmen als auch viele Privatpersonen statten ihre Immobilien mit modernen Anlagen zur ökologischen Stromerzeugung aus. Mit dem Mieterstrom wurde beispielsweise ein Ansatz und gleichzeitig Anreiz geschaffen, wie die Betreiber solcher Anlagen zu Stromerzeugern für die Allgemeinheit werden und davon profitieren. Aufgrund solcher Entwicklungen besteht zukünftig die Herausforderung, ein zunehmend dezentrales Energiesystem koordinieren zu müssen. Die neuen Möglichkeiten und Freiheiten dieser “erweiterten Energiewirtschaft”, die Digitalisierung energiewirtschaftlicher Prozesse sowie die fortschreitende Energiewende benötigen daher ein neues Energiemanagement.

Smarte Technologien für das Energiemanagement

Dieses neue Energiemanagement wird sich, wie so viele neue Entwicklungen, auf den Grundsteinen der Digitalisierung aufbauen. Neben einem intelligenten Stromnetz wird dazu der Einsatz smarter Endgeräte benötigt, um die Kommunikation zwischen Erzeugern, Versorgern und Kunden zu gewährleisten. Aktuell greifen die unterschiedlichen Beteiligten dieses sich immer weiter entwickelnden Energiesystems - beispielsweise Betreiber von Photovoltaikanlagen oder Windkraftanlagen - lediglich physikalisch in das Stromsystem ein. Das Einspeisen von Strom und der genutzte Bedarf erfolgen unabhängig von Engpässen und Überschüssen im Verteilnetz und damit den tatsächlichen Kosten. Dieses System gilt es mithilfe eines digitalen Energiemanagements neu zu organisieren, um die Teilhabe aller Beteiligten den neuen Bedingungen anzupassen und so die Erzeugung sowie die Nutzung gleichermaßen profitabel zu gestalten.  

Energieerzeugung für sich und den Nachbarn

Die modernen technischen Möglichkeiten unterstützen dabei, den Bedarf bzw. die Engpässe an Energie auf der einen Seite mit den Überschüssen der “privat” erzeugten Energie auf der anderen Seite anzugleichen und die entsprechenden entstehenden Kosten abzurechnen. Künftig könnten Immobilien so beispielsweise zum Stromlieferanten für Nachbarn oder ein ganzes Quartier werden. Überschüssiger Solarstrom aus der heimischen Photovoltaikanlage kann in das Stromnetz eingespeist werden oder wird direkt an die umliegenden Abnehmer, im Sinne des Mieterstroms beispielsweise an einen Mieter im Haus verkauft. Neue technische Entwicklungen machen dies heutzutage möglich. Das "Internet of Things", welches Geräte aller Art und Größe miteinander kommunizieren lassen kann, schafft die Voraussetzung für einen Austausch von Daten und somit auch den bedarfsgerechten Austausch von Energie sowie einer dementsprechenden Abrechnungsmöglichkeit. Neben den etablierten Energieunternehmen werden auf diese Weise auch die privaten Energieerzeuger ein unmittelbarer Teil der Energiewende und können zudem wirtschaftlich profitieren.

Optimierung des Energieeinsatzes

Heute steht also nicht mehr nur die sichere Stromversorgung von Immobilien im Fokus, sondern zunehmend deren Optimierung hinsichtlich des Energieeinsatzes. Aus diesem Grund wird ein modernes Energiemanagement immer wichtiger. Mit der Kombination aus unterschiedlichen Maßnahmen stellt es sicher, dass die benötigte Energieleistung von Verbrauchern in einer Immobilie mit einem minimalen Energieeinsatz gewährleistet wird - immer mit dem Ziel vor Augen, den privaten oder betrieblichen Energieverbrauch zu senken. Ein gelungenes Energiemanagement trägt so dazu bei, sowohl die Kosten als auch den Verbrauch von Roh-, Hilfs- und Zusatzstoffen zu minimieren und somit die Umwelt zu schützen. Das Ergebnis ist eine nachhaltige Verbesserung der Energieeffizienz sowohl in privaten Haushalten als auch in Unternehmen, die mit dem Forcieren besonders der ökologischen Ziele den zusätzliche Mehrwert einer Imageverbesserung erzielen.

Was genau macht ein digitales Energiemanagementsystem

Ein modernes digitales Energiemanagementsystem dient dabei der systematischen Erfassung und Kommunikation der Energieströme und der automatischen Steuerung von Einrichtungen und Apparaten zur Verbesserung der Energieeffizienz. Das System managt beispielsweise, wie viel Energie von dem auf einem Hausdach durch Solarenergie produziertem Strom für den Eigenbedarf benötigt wird und wie viel Energie in das Netz eingespeist oder dem Nachbarn verkauft werden kann. Bestandteile dieser Systeme für das Energiemanagement umfassen Smart Metering (intelligente Zähler) und werden als Smart Grid (intelligentes Stromnetz) umgesetzt. Der Energieverbrauch kann mithilfe dieser digitalen Techniken durch gezieltes Steuern des Energiebedarfs und einer optimierten Lastenverteilung gesenkt werden. Viele “Smart-Home-Anbieter” haben diesen Trend erkannt: Ihre Lösungen für das intelligente Wohnen haben nicht mehr nur den Komfort der Anwender im Blick, sondern helfen dabei, Energie und Kosten zu sparen.

Um dieses gesamte System aber zu optimieren, müssen nicht nur die Endgeräte mit smarten Technologien ausgestattet werden. Weitere Voraussetzung für ein unterstützendes Energiemanagement ist die Installation von intelligenten Produkten in energieeffizienten Niederspannungsanlagen. Denn neben der Kommunikationsfähigkeit der smarten Endgeräte müssen auch die in einen Schaltschrank integrierten Komponenten im Zuge der Digitalisierung eine Vielzahl von Aufgaben erfüllen. Hier benötigt man multifunktionale digitale Geräte zur Datenerfassung und -steuerung, welche in die Niederspannungsanlage von Gebäuden installiert werden - diese vereinen Messgeräte, Relais, Messwandler und andere Komponenten. Nur durch die Vernetzung dieser Gebäudetechnik und den smarten Endgeräten kann Energie auf Basis von Datenauswertungen auf allen Ebenen der Gebäudeinfrastruktur wie auch aus der Wertschöpfungskette kostensparend und ressourcenschonend eingespeist, eingesetzt oder aber “angefordert” werden. Daher sind intelligente/smarte Messsysteme als Teil eines Energiemanagements heute zwingend erforderlich. Durch ihre anspruchsvolle Abtasttechnik leisten sie zum Beispiel präzise Messungen von Minimal- und Maximalwerten, die direkt von einem Display (Smart Panel) an der Anlage oder extern über eine Software abgelesen werden können.

Um für die Energieverteilung aber einen maximalen Nutzen aus den gewonnen Daten zu ziehen ist der Schritt von „Big Data“ zu „Smart Data“ notwendig. Von dem eingesetzten intelligenten System werden auf Basis der gesammelten Daten zeitkritische Entscheidungen “vor Ort” getroffen und ausgeführt. Schnelle Reaktionszeiten bei Toleranzabweichungen oder die selektive Abschaltung unkritischer Verbraucher können so garantiert werden.
Bei einer Analyse können die automatischen Energieverbrauchsmessungen zudem nachträglich gefiltert und genau auf die jeweiligen
“Benchmarking-Anforderungen” eines Unternehmens oder eines Haushaltes hin ausgewertet werden – und werden so zu “Smart Data”, die wiederum die Basis für die Analyse von Einsparmöglichkeiten bilden.

Die erwähnten “Smart Panels” stellen in diesem System den energieeffizienten Energieverbrauch direkt an der Anlage dar und sind jederzeit vom Nutzer ablesbar: Stromverteilung, -qualität und -verbrauch werden gemessen, angeschlossene Stromabnehmer vernetzt und die Verteilung aufgrund der gewonnenen Daten und der vom Planer konfigurierten Parameter gesteuert - natürlich sind diese Faktoren auch über eine dazugehörige Software einzustellen. Viele dieser Softwarelösungen für Energiemanagement lassen sich heute in ein beliebiges Gebäudemanagementsystem integrieren oder mit einer Software für Immobilienmanagement kombinieren und verbinden Steuerungs-, Zähl- und Reportingfunktionen für die Realisierung energieeffizienter Lösungen.

Topics: Management & Verwaltung


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