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E-Mobilität und die Immobilienwirschaft

Eingestellt von Jens Hoffstiepel am 6. Oktober 2021 12:56:56 MESZ

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Digitales & Technologie von Jens Hoffstiepel

Die Energiewende ist ein zentrales Thema unserer ganzen Gesellschaft - auch in der Politik und der Wirt­schaft. Da Immo­bilien während der Bau- und be­sonders der Nutzungs­phase für einen Groß­teil an CO2-­Emissionen verant­wortlich sind, kommt der Immobilie­nwirtschaft bei der Energie­wende und spezifisch bei der CO2-­Reduktion eine ent­scheidende Rolle zugute. Um ihre jetzigen Maß­nahmen, wie bei­spiels­weise energe­tischen Sanierungen sinn­voll zu ergänzen und die hohen CO2-­Emissionen an anderer Stelle etwas aus­zu­gleichen, kann die Immobilien­branche bei der Ver­breitung der E-Mobilität eine entscheidende Rolle einnehmen. Nach Skandalen über Verbrauch und Abgase von Dieselfahrzeugen sowie einem nach­haltigen Um­denken in einem Groß­teil unserer Gesellschaft rückt die E-Mobilität immer mehr in den Fokus der Kon­sumenten, wird prak­tisch aber leider noch immer viel zu selten als Alter­native ein­gesetzt. Wieso das so ist und was die Immobilien­wirtschaft damit zu tun hat, können Sie im fol­genden Artikel lesen.

Fehlende Infra­struktur für E-Mobilität

Die Energie­wende ist nicht nur ein ehr­geiziges Ziel der Bundes­regierung, sondern mittler­weile in vielen Köpfen von Ver­brauchern ange­kommen. Viele umwelt­bewusste Menschen tendieren heute dazu, sich ein Elektro­fahrzeug anzu­schaffen. Weil in Deutsch­land aber die Infra­struktur für die E-Mobilität noch immer in den Kinder­schuhen steckt, ent­scheiden sich viele potenzielle E-Auto-Fahrer noch gegen eine An­schaffung. Es fehlt schlichtweg an Lade­stationen, sowohl in Wohn- als auch den Büro- bzw. Gewerbe­immobilien. Für die nahe Zukunft gilt es also, viel mehr Lade­möglich­keiten für E-Fahrzeuge zu schaf­fen. Neben dem Staat und eine auf die E-Mobilität zuge­schnittene Verkehrs­planung könnte dabei ins­besondere die Immobilie­nwirtschaft einen wert­vollen Beitrag leisten.

Förder­mittel für die Lade­infrastruktur

Für den Ausbau einer öffentlich zugänglichen Lade­infra­struktur will der Bund insgesamt 500 Millionen Euro bis Ende 2025 zur Verfügung stellen. So soll der Lade­vorgang erleichtert und ein flächen­deckendes Lade­netz zur Ver­fügung gestellt werden. Bis Ende 2025 soll es insgesamt rund 50.000 öffentliche Lade­möglichkeiten für Elektro­fahrzeuge geben, davon sollen wiederum 20.000 Schnell­ladepunkte sein. Um dieses Ziel zu erreichen, richtet sich die neue Bundes­förder­richtlinie „Öffentlich zugängliche Lade­infra­struktur für Elektro­fahrzeuge in Deutschland“ an Unternehmen, Städte und Gemeinden, öffentliche Ein­richtungen und Privat­personen. Grund­voraussetzung für die Förder­fähigkeit ist der Bezug von Strom aus erneuer­baren Energien.

An solchen öffentlichen Lade­stationen, die etwa auf Park­plätzen und bei Tank­stellen zu finden sind, benötigt ein Elektro­fahrzeug aber viel Zeit für eine Voll­ladung. Mieter, Immobilien­eigentümer und Besucher von Gewerbe­immobilien werden ihre Fahrzeuge aber sicherlich nicht irgendwo in der Stadt an eine Lade­säule hängen und drei Stunden abwarten. Sie möchten die Akkus natürlich bequem über Nacht zu Hause in der Garage bzw. auf dem eigenen Park­platz oder während ihrer Arbeits­zeit in der Tief­garage oder an ihrem Stell­platz auftanken. Das ist bisher nur sehr selten möglich. Es scheitert heute noch weitest­gehend daran, dass es dort häufig gar keine Steck­dosen gibt, die geeignet und sicher wären bzw. keine Lade­stationen installiert sind.

Immobilien­wirtschaft und die E-Mobilität

Das Laden am eigenen Stell­platz am eigenen Wohnort oder aber am Stellplatz auf der Arbeit dürfte für viele potenzielle Kunden das zentrale Kauf­argument für ein E-Mobil sein. Mitunter ein Grund, warum die teilweise zögerliche Nachfrage nach Elektromobilen mit der Immobilien­wirtschaft in Zusammenhang steht. Wem hilft eine flächen­deckende Infra­struktur auf deutschen Straßen, wenn am Wohnort des Besitzers keine 'Steckdose' vorhanden ist? Der Immobilien­wirtschaft kommt daher abermals ein ziemlich hoher Stellen­wert bei der Energie­wende zu. Sie müsste handeln, um ihren Mietern diese Alter­native zur Verfügung zu stellen und die Nutzung der E-Mobilität alltags­tauglicher zu gestalten. Wohnimmobilien, Büroimmobilien oder gewerbliche Immobilien vereinen deutschland­weit Millionen an Park­plätzen, die potenzielle Standorte für private Lade­stationen sind und entsprechend aus­gestattet werden müssten, um die Nutzung der E-Mobilität voran­zutreiben.

Hemmnisse bei der Installation von Lades­tationen

Wegen tech­nischer, recht­licher und besonders finanzieller Hemmnisse werden bislang jedoch nur in Ausnahme­fällen Lade­punkte in Wohn­immobilien, Büro­immobilien oder gewerbliche Immobilien realisiert. In vielen Bestands­gebäuden bedarf es zunächst aufgrund der hohen und dauer­haften Belastung während des Lade­vorgangs einer Modernisierung des Strom­netzes in den Garagen oder an den Stell­plätzen. Bei normalen Steck­dosen kann der Dauer­betrieb zur Über­lastung der elektrischen Anlage führen und die Brand­gefahr erhöhen. Dieses Problem nimmt zu, je mehr Eigentümer, Mieter oder Besucher eine Lade­station nutzen wollen. Stammt der Auto­strom also aus Strom­leitungen, die schon älter sind, sollte man die Elektro­installation überprüfen, bevor man eine Strom­tankstelle installiert.

Für ein schnelles, sicheres Auf­laden gibt es Wand­lade­stationen mit Dreh­strom­anschluss. Im Schnitt kosten solche Lade­stationen ca. 600 bis 1000 Euro netto pro Stück, je nachdem, wie schnell sie laden und mit wie vielen Fahrzeugtypen sie kompatibel sind. Dabei ist darauf zu achten, dass der Elektro­installateur bei der Montage mit den besonderen An­forderungen einer Strom­tankstelle vertraut ist. Allgemein sind die Kosten dabei vom Aufwand abhängig - kann beispielsweise auf einen bestehenden Stromanschluss zurückgegriffen werden? Wo ist der nächste Sicherungs­kasten? Muss die Elektroinstallation des Hauses modernisiert werden? Ist der Austausch des gesamten Leitungs­netzes vonnöten, ist dies im Regel­fall mit hohen Kosten verbunden, die zunächst auf den Immobilieneigentümer zurückfallen.

Immobilieneigentümer als zentrale Akteure der E-Mobilität

Beim Einbau und Aufbau einer Lade­infrastruktur können Immobilien­eigentümer und Immobilien­verwaltungen zu zentralen Akteuren werden. Auch wenn das Anbieten von Ladestationen in Zukunft zu einer besseren Vermarktung ihrer Immobilien beitragen wird und in ferner Zukunft sicherlich zum Standard gehört, sollten Anreize entwickelt werden, damit die finanziellen Hürden für die Einrichtung der ersten Ladeinfrastruktur gesenkt werden. Dann könnte die Immobilienwirtschaft sinnvoll investieren und den Verbrauchern könnte mit einer verfügbaren Infrastruktur die Skepsis vor der Anschaffung eines E-

Fahrzeuges genommen werden. Wäre dem Eigentümer mit den Fördermitteln die Angst vor teuren Umbaumaßnahmen genommen, könnten sie durchaus auch noch über eine Solaranlage auf dem Dach nachdenken, den Strom ins Hausnetz einspeisen und Carsharing-Modelle anbieten. Die Nutzung erneuerbarer Energien ist eine passende Voraussetzung für eine ökologisch sinnvolle Elektromobilität.

Immobilienwirtschaft als gutes Beispiel vorangehen

Als Akteur der Immobilienwirtschaft kann man zudem als gutes Beispiel vorangehen. Die Überlegung, seine Fahrzeugflotte zukünftig mit elektrisch betriebenen Fahrzeugen aufzurüsten, liegt nahe. Objektbetreuer, Hausmeister oder Makler mit E-Autos auszustatten, ist aufgrund ihrer oft kurzen Wege innerhalb einer Stadt durchaus möglich und sinnvoll. Als Unternehmen sollten Sie daher prüfen, ob der Einsatz von E-Mobilen für sie langfristig gesehen kostengünstiger ist - eines schafft der Einsatz in jedem Fall, in der heutigen Zeit trägt er ungemein zu einem positiven Imagegewinn bei.

 

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Topics: Digitales & Technologie


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