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Digitalisierung der Immobilienwirtschaft - Fördermittel können helfen, den Umbruch finanziell zu stemmen

Eingestellt von Jens Hoffstiepel am 19. Oktober 2017 09:33:51 MESZ

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Management & Verwaltung von Jens Hoffstiepel

Die ganze Immobilienwirtschaft redet von der Digitalisierung. Dass die Unternehmen der Branche diesen Weg gehen und sich für die Zukunft neu aufstellen müssen, scheint mittlerweile bei einem Großteil angekommen zu sein. Nur so sichert man sich langfristig den wirtschaftlichen Erfolg und ein Bestehen auf dem umkämpften Immobilienmarkt.
Doch sowohl die Vordenker der Branche als auch die Presse haben oft gut Reden - der Weg in die digitalisierte Arbeit ist finanziell nicht für jedes Unternehmen so einfach zu stemmen.

Klar. Die Digitalisierung ist erforderlich und ein Anfang muss in den Unternehmen gemacht werden, sonst sieht es für die Zukunftsperspektive duster aus.
Aber klar ist auch. Die Digitalisierung kostet die Unternehmen zunächst einmal Geld - und diese Investition ist nicht gering. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen können nicht mal eben Tausende von Euros in die Digitalisierung ihrer Arbeitsprozesse stecken.

Auf EU- und Bundesebene sowie in einzelnen Bundesländern gibt es aber Förderprogramme, die angestrebte Digitalisierungsprojekte bezuschussen. Zudem bieten einige Banken günstige, geförderte Kredite mit niedrigen Zinssätzen für die Einführung digitaler Arbeitsprozesse in Unternehmen an. In diesem Artikel verschaffen wir Ihnen einen kleinen Überblick, welche finanziellen Förderungen und andere Möglichkeiten Ihnen bei der Digitalisierung behilflich sein können.

Innovative mittelständische Unternehmen werden gefördert

Es ist ein Irrtum zu glauben, dass nur Start-ups mit neuen Ideen Chancen haben, öffentliche Fördermittel zu erhalten. Die Europäische Union (EU) zeigt mit einigen Förderprogrammen, dass sie sehr wohl auch die innovative Kraft des Mittelstandes fördern und weiterentwickeln möchte. Denn für viele kleine sowie mittelständische Unternehmen ist die Digitalisierung Fluch und Segen zugleich. Fluch, weil es notwendig geworden ist, etablierte Prozesse und Kundenkanäle in Frage zu stellen und die eigene Strategie einer digitalen Entwicklung anzupassen. Das kostet Geld. Segen, weil die Kunden längst digital agieren und sich durch neue Kommunikationskanäle und flexible, entschlackte Geschäftsprozesse die Zielgruppen direkter erreichen lassen.

Trotz oder gerade wegen dieses Wissens ist die Investition in die Digitalisierung daher für viele Unternehmen mit einer Hemmschwelle verbunden. Ein Großteil der Unternehmen investieren nur so viel, wie der erwirtschaftete Überschuss zulässt. Hohe Investitionen in die Implementierung digitaler Geschäftsprozesse sind dabei nicht eingeplant und zeitnah oft nicht umsetzbar. Die finanzielle Sicherheit steht hier oft vor Digitalisierung.
Die Digitalisierung der Immobilienwirtschaft findet aber statt, mit oder ohne Beteiligung der bisher trägen Unternehmen - aufzuhalten, ist dieser Prozess nicht mehr.
Diejenigen, die diesen Zug verpassen, werden es in den nächsten Jahren schwer haben, weiterhin auf dem Markt zu bestehen. Ein guter Rat ist daher, alsbald mit der Umstellung, hin zu digitalisierten Arbeitsprozessen, in Ihren Unternehmen zu beginnen, um den Anschluss nicht komplett zu verpassen. Beginnend mit der Einführung kleinerer digitaler Prozesse, kontinuierlich gesteigert hin zu einer Digitalisierung der meisten Geschäftsprozesse. Es muss nicht immer der abrupte Umschwung sein, aber ein Anfang muss auch gemacht werden. Den ersten Zug haben viele verpasst, den Anschluss können sie aber trotzdem noch bekommen, wenn sie zügig auf den Folgezug aufspringen. Bei diesem Sprung können Unternehmen sich helfen lassen, indem Sie Fördermittel beantragen.

Die EU unternimmt einige Anstrengungen, um kleinen und mittelständischen Unternehmen finanziell unter die Arme zu greifen und hat verschiedene Förderprogramme aufgelegt, die innovative Technologie-Projekte unterstützen.

Förderprogramme der EU – eine Auswahl

Horizont 2020 ist wohl eines der öffentlich bekannteren EU-Förderprogramm aber leider auch zugleich eines mit sehr anspruchsvollen Förderungsbedingungen. Das Rahmenprogramm der EU für Forschung und Innovation soll bis ins Jahr 2020 eine wissens- und innovationsgestützte Gesellschaft fördern und helfen, eine wettbewerbsfähige Wirtschaft aufzubauen. Als Teil von Horizont 2020 dient das SME-Instrument, welches sich speziell an kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) richtet und die Hürden für eine Bewerbung deutlich senkt. Das auch von der EU angebotene COSME-Programm zielt darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zu verbessern - der Zugang zu Finanzmitteln und neuen Märkten innerhalb der EU soll erleichtert werden.

Förderprogramm "go-digital"

Die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens erhalten und möglichst die Wachstumspotenziale nutzen – im Zeitalter der Digitalisierung ist das vor allem für kleine und mittlere Unternehmen der Immobilienwirtschaft eine große Herausforderung. Oft fehlt es nämlich genau in diesen Unternehmen an Geld und KnowHow, um die notwendigen Investitionen zu tätigen und die Umstellung auf neue digitale Systeme zu stemmen. Dass Unternehmen den ersten Schritt gehen, und um die genannten Hemmschwellen einzudämmen oder gar ganz zu überwinden, bietet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie das Förderprogramm "go-digital" an. Das Programm "go-digital" fördert praxiswirksame Beratungsleistungen für Unternehmen, die mit den technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in den Bereichen Online-Vertrieb, Digitalisierung des Geschäftsalltags und IT-Sicherheit Schritt halten möchten. Mit seinen drei Modulen "IT-Sicherheit", "Digitale Markterschließung" und "Digitalisierte Geschäftsprozesse" richtet es sich gezielt an kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und an das Handwerk. Die geförderten Unternehmen werden dabei von autorisierten Beratungsunternehmen unterstützt: von der Antragstellung für die Förderung über die Analyse bis hin zur Umsetzung konkreter Maßnahmen.

Förderinitiative "Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren und -agenturen" und "eStandards: Geschäftsprozesse standardisieren, Erfolg sichern"

Wissen über Chancen und Geschäftsmöglichkeiten digitaler Prozesse ist insbesondere im Mittelstand bisher noch wenig verbreitet. Es besteht gerade in diesem Sektor ein Handlungsbedarf an Informationsvermittlung, an Sensibilisierungsmaßnahmen sowie an fachlicher Begleitung und Mobilisierung. Mit der Förderinitiative "Mittelstand 4.0 - Digitale Produktions- und Arbeitsprozesse" unterstützt die Bundesregierung den Mittelstand und das Handwerk bei der Digitalisierung, Vernetzung und Einführung von Industrie 4.0-Anwendungen. Dazu bearbeiten “Mittelstand 4.0-Agenturen” übergreifende Digitalisierungsthemen, wie Cloud-Computing, Kommunikation, Handel und Prozesse und tragen diese mittels Multiplikatoren in die Breite. Die derzeit 13 deutschlandweit verteilten Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren sensibilisieren, informieren und qualifizieren Unternehmen und bieten ihnen praxisnah konkrete Anschauungs- und Erprobungsmöglichkeiten. Noch sieben weitere dieser Zentren sollen dazukommen.

Dazu gehört auch die Förderinitiative "eStandards: Geschäftsprozesse standardisieren, Erfolg sichern". Digitale Geschäftsprozesse erfordern den permanenten Austausch von Daten über Organisationsgrenzen hinweg. Hierbei spielen eBusiness-Standards ("eStandards") bei der Identifikation, Klassifikation, Transaktion, Prozesskonfiguration oder bei Austauschformaten eine entscheidende Rolle. eStandards sind die gemeinsame Sprache im elektronischen Geschäftsverkehr. Sie sind Grundlage für eine effiziente Vernetzung und einen automatisierten Austausch von Daten in und zwischen Unternehmen sowie mit der öffentlichen Verwaltung. Für mittelständische Unternehmen ist die Einführung von eStandards zunächst mit hohen Transaktionskosten verbunden. Allerdings sind die mittel- bis langfristigen Mehrwerte beachtlich. Geschäftsprozesse werden beschleunigt, die Qualität von Dienstleistungen verbessert und Kosten gesenkt.

Mit der Förderinitiative "eStandards: Geschäftsprozesse standardisieren, Erfolg sichern" werden vor allem kleine und mittelständische Unternehmen und Verwaltungsorganisationen bei der Nutzung von eStandards in Geschäftsprozessen unterstützt. Die Initiative beschleunigt die Entwicklung, Erprobung und Verbreitung von eStandards, um die internationale Wettbewerbsposition von kleinen und mittleren Unternehmen zu stärken.

Förderprogramm. Digitalbonus. Bayern.

Auf Länderebenen bietet der Freistaat Bayern für kleine und mittlere Unternehmen beispielsweise den Digitalbons Bayern. Das Förderprogramm soll dazu dienen, dass die Unternehmen sich für die Herausforderungen der digitalen Welt rüsten. Der Digitalbonus ermöglicht den Unternehmen, sich durch Hard- und Software zu digitalisieren und die IT-Sicherheit zu verbessern. Gefördert werden hier die Entwicklung, Einführung oder Verbesserung von Produkten, Dienstleistungen und Prozessen, durch IKT-Hardware (Informations- und Kommunikationstechnik), IKT-Software sowie Migration und Portierung von IT-Systemen und IT-Anwendungen sowie die Einführung oder Verbesserung der IT-Sicherheit.

KfW-Förderung für Innovation und Digitalisierung

Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau), als weltweit größte nationale Förderbank sowie nach Bilanzsumme drittgrößte Bank Deutschlands, bietet mit dem“ERP-Digitalisierungs- und Innovations­kredit” einen zinsgünstigen Kredit speziell für die Einführung digitaler Prozesse in Unternehmen.

Förderdatenbank und Förderinfo

Die oben erklärten Beispiele sind nur ein Auszug an Fördermöglichkeiten, die die EU, die Bundesregierung und die Bundesländer den Unternehmen bieten. Schaun sie in die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und finden dort noch viele weitere Möglichkeiten einer Bezuschussung für die Digitalisierung Ihres Unternehmens. Genauso bietet die Bundesregierung mit www.foerderinfo.bund.de eine Plattform, auf der Sie sich über viele weiter Möglichkeiten, Fördermittel zu erhalte, informieren können. Möchten Sie den ersten Schritt in Richtung Digitalisierung Ihrer Arbeitsprozesse gehen, helfen wir Ihnen gerne weiter und planen mit Ihnen gemeinsam den schrittweisen Einstieg in die Digitalisierung Ihres Unternehmens.

Topics: Management & Verwaltung


Wie Sie mit Innovationsmanagement die Zukunft Ihres Immobilienunternehmens vorantreiben

_2.jpgDie Immobilienbranche steht an der Schwelle zu einer Zeitenwende. Faktoren wie der demografische Wandel, Green-Building-Initiativen und die Digitalisierung aller Lebensbereiche bedeuten für Sie als Immobilienunternehmen neue Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Dazu bedarf es eines ausgeklügelten Innovationsmanagements, das sich flexibel an den zukünftigen Marktbedürfnissen orientiert.

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