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Smart Homes - ein Trend mit Hemmnissen

Eingestellt von Jens Hoffstiepel am 22. November 2017 09:02:00 MEZ

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Digitales & Technologie von Jens Hoffstiepel

Smart Home Systeme sind schon seit geraumer Zeit ein riesiges Thema - egal, ob in Privathaushalten oder in der Immobilienbranche. Bei vielen interessierten Nutzern bestehen aber gewisse Hemmnisse gegenüber dem Einsatz der Technologie. Damit ist nicht nur ein hoher Anschaffungspreis gemeint. Bedenken gegenüber der Datensicherheit oder der, oftmals als markantes Problem erkannte, Umstand fehlender Standards der verschiedenen Systeme werden oft als Hindernis für die Nutzung identifiziert. Diese Blockade aus dem Weg zu räumen, ist oft nur eine Frage der richtigen Information sowie der Aufklärung potenzieller Nutzer. Auf dem Markt der Smart Home Technologien gibt es mittlerweile viele Anbieter mit unterschiedlichen Lösungen und Standards, darunter sollte für jeden Interessierten etwas dabei sein - sowohl private als auch gewerbliche Nutzer sollten sich jedoch gründlich informieren und erst im Anschluss daran für eine Technologie entscheiden, mit der sie ihre Immobilie ausstatten. Was sie dabei bei den oben erwähnten Hemmnissen beachten müssen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Hemmnisse bei Nutzern - Markt der Smart Home Technologien hat noch viel Potenzial

Vergessen, den Herd auszumachen? Kein Problem: Der Besitzer kann ihn einfach per Smartphone abschalten. Sinken die Strompreise mittags, weil Solaranlagen auf Volllast Energie produzieren, dann legt die Waschmaschine von selbst los - diese Möglichkeiten von Smart Home Anwendungen sind reizvoll und gerade im Sinne der Energieeffizienz können sie hilfreich sein und Geld sparen.
Der Markt der Smart Home Technologien nimmt daher immer mehr Fahrt auf - die manchmal aufgestellte These, dass die Nutzer die innovativen Technologien nicht ganz akzeptieren, solange es keine einheitlichen Standards gibt und die Technologie nicht datensicher ist, kommt jedoch oft zum Vorschein.
Der Markt bringt noch sehr viel mehr Potenzial mit sich, welches heute noch nicht ausgeschöpft wird - im Alltag vieler Menschen ist das Smart Home nämlich noch nicht angekommen. Dass es aufgrund der fehlenden Standards und der Angst vor Datenmissbrauch bei vielen Menschen gewisse Hemmnisse gibt, die den Einsatz der Smart Home Technologien eindämmen, ist nicht von der Hand zu weisen.

Datensicherheit in Smart Home Systemen

Die Datensicherheit ist in unserer digitalisierten Zeit ein immer wieder aufkommendes Thema, das bei vielen Nutzern mit großem Misstrauen betrachtet wird. Daher schreckt es viele Menschen auch davon ab, Smart Home Technologien in ihren Immobilien zu installieren.
Technische Grundlagen für ein Smart Home System sind in der Regel Aktoren (Antriebselemente) oder Schalter, beispielsweise für den Rollladenantrieb und Sensoren wie Lichtsensoren oder Temperaturmessgeräte. Aktoren und Sensoren tauschen Daten untereinander aus – meist über eine Mittelstation, den Server. Werden beide miteinander verknüpft, gehen beispielsweise die Rollläden automatisch nach unten, sobald es draußen dunkel ist. Gesteuert werden können die Geräte für gewöhnlich nicht nur über Fernbedienungen, sondern auch über Smartphones und Tablets.
Der genutzte Server basiert, wie oben beschrieben auf einer Cloudlösung des Anbieters - so entsteht die teilweise berechtigte Angst, dass die in den Internet-of-Things (IoT) fähigen Geräten verbauten Sensoren, Daten an eine Cloud weiterleiten, wie sie von den meisten auf dem Markt erhältlichen Systemen eingesetzt wird.
Im Gegensatz dazu besteht heute aber auch die Möglichkeit, solche Server zentral in einer Immobilie zu platzieren und somit einen gewissen Sicherheitsaspekt abzudecken.

Die An- bzw. Abwesenheit in der Wohnung, die Wunschtemperatur, die Anzahl der Personen in der Wohnung, den Zeitpunkt, wann man morgens aufsteht und abends heimkommt, wann man schlafen geht, welche Musik man hört und noch manches mehr können so in der Cloud gespeichert und vom Anbieter zur Marktforschung genutzt oder im schlimmsten Fall von Dritten gehackt und missbraucht werden. Wählen Nutzer also eine reine Cloudlösung, dann geben sie die Hoheit über die Daten ab, die im täglichen Leben anfallen. Wer sich also für solch eine – allerdings meist preiswertere – Lösungen entscheidet, sollte wissen, was er tut und sollte sich darüber bewusst sein, dass er nicht genau weiß bzw. nicht beeinflussen kann, was genau mit seinen Daten passiert.

Die Alternative bieten Smart Home Systeme mit lokaler Zentrale in der Immobilie. Diese geben persönliche Daten nicht weiter und sie funktionieren auch dann über lokale Bedienelemente, wenn das Internet ausfällt. Die bloße Angst davor, ein gläserner Nutzer zu werden, ist somit mehr ein Problem der Aufklärung, denn es gibt Alternativen zu den “offen kommunizierenden” Smart Homes.

Standards - offene oder geschlossene Smart Home Systeme

Bei Smart Home gibt es viele verschiedene Techniken und Standards - eine Vereinheitlichung wird es wohl in absehbarer Zeit nicht geben - und genau das ist ein Problem. Die meisten Systeme verstehen sich nicht untereinander, da sie unterschiedliche Technologien einsetzen, um die Geräte miteinander zu vernetzen.
Offene Systeme besitzen einen von verschiedenen Anbietern für Smart Home Lösungen unterstützten Standard. Somit können Produkte von verschieden Herstellern miteinander kombiniert werden. Beispiele hierfür sind Bluetooth LE, EnOcean, WLAN, Z-Wave, ZigBee und KNX.
Geschlossene Systeme hingegen sind nicht kompatibel mit den Geräten anderer Anbieter. So bieten beispielsweise große Elektronikhersteller wie Samsung oder Apple inzwischen ihre eigenen Smart Home Systeme an. Im Samsung Smart Home lassen sich derzeit aber nur Samsung-Geräte miteinander verbinden. Bei Apple und vielen weiteren Herstellern stellt sich das nicht anders dar. Apples Smart Home Technologie Homekit arbeitet bislang nur mit sehr wenigen kompatiblen Geräten anderer Hersteller zusammen. Wenn es also von einem Anbieter keine technische Lösung für eine bestimmte Aufgabe gibt, kann nicht auf die Technik eines anderen Herstellers zurückgegriffen werden.

Andere Smart Home Systeme, wie etwa von Qivicon bzw. der Telekom oder Devolo setzen auf die oben beschriebenen weiter verbreiteten Standards, wie Zigbee oder Z-Wave, für die mehr Zubehör von verschiedenen Herstellern erhältlich ist. Aber auch dort sollte man aufpassen, denn diese “allgemeinen” Standards sind nicht immer untereinander verknüpfbar.

Fazit: Mehr Auswahl mit offenen Smart Home Standards - mehr Sicherheit mit geschlossenen Systemen

Smart Home Systeme, die offene Standards nutzen, bieten im Gegensatz zu den geschlossenen Systemen der großen Hersteller eine größere Auswahlmöglichkeit und somit eine bessere Handhabe, sein Smart Home System auch in Zukunft zu erweitern. Achtet man auf die Erfüllung des benutzten Standards, hat man dabei die Auswahl zwischen Produkten unterschiedlicher Hersteller, die in das genutzte System integrierbar sind. Das bedeutet, man kann sich für das Produkt entscheiden, das einem am besten gefällt, den besten Preis besitzt oder schlichtweg eine Funktion mitbringt, die es bei einem Mitbewerber nicht gibt.

Wer auf die Produkte eines Herstellers setzt, der hat die Gewissheit, dass alles reibungslos miteinander harmoniert. Zudem ist das geschlossene System etwas sicherer, der Hersteller entscheidet, wer sich in das System einklinken darf und wer nicht. So hat er maximale Kontrolle über das System und kann sich optimal gegen Datenmissbrauch Dritter und Hackerangriffe wappnen. Entdeckt man dann bei einem anderen Anbieter ein Gerät, das man ebenfalls gerne verwenden würde, passt dies mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht ins bestehende Smart Home.

Wichtig: Ausgiebig mit dem Thema Smart Home befassen.

Überwinden Sie die Hemmnisse und beschäftigen Sie sich mit dem Thema der Digitalisierung Ihrer Immobilien. Smart Home Systeme bieten viele Vorteile, wie die Steigerung der Energieeffizienz, der Haussicherheit und gestalten gleichzeitig das Wohnen angenehmer und komfortabler. Wer sich für ein Smart Home System entscheidet, sollte sich vorher ausgiebig mit den verschiedenen Möglichkeiten vertraut machen - vielleicht hat Ihnen dieser Artikel ja schon einen kleinen Einblick verschaffen können.

In einem unserer bald erscheinenden Artikel stellen wir Ihnen an dieser Stelle zwei Erfahrungsberichte vor, denn als Unternehmen der digitalen Immobilienwirtschaft sind unsere Mitarbeiter bei der Nutzung solcher Technologien natürlich am Puls der Zeit.

Topics: Digitales & Technologie


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