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Modulares Bauen I – Wie schnell bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden kann.

Eingestellt von Jens Hoffstiepel am 26. Juli 2017 08:00:00 MESZ

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Trends von Jens Hoffstiepel

Deutschlandweit gibt es noch immer zu wenig bezahlbaren Wohnraum. Wie die Medien berichten, werden in Deutschland jährlich schätzungsweise 350.000 neue Wohnungen benötigt - kaum vorstellbar, dass das zu schaffen ist. Das modulare Bauen kann ein Weg sein, hier Abhilfe zu schaffen - mithilfe dieses Bauverfahrens kann schnell und unkompliziert bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden. Wie das funktioniert und was dahinter steckt, lesen Sie hier.

Architekten sowie Bauherren sind dadurch flexibel bei der Planung

Neu ist das Bauen mit Modulen an sich nicht, es hat schon eine längere Tradition. Doch mit der heutigen Digitalisierung werden zahlreiche neue Möglichkeiten des modularen Bauens sichtbar und realisierbar. So sind wir heute beispielsweise weit davon entfernt, direkt einen Plattenbau vor uns sehen zu müssen, wenn von modularem Bauen die Rede ist. Das Bausystem der Modularität, das sich aus einzelnen Komponenten zusammensetzt, muss demnach heute nicht unbedingt immer als (Wohn-)Block verstanden werden. Aufgrund der Fortschritte bei den digitalen Planungs- und Fertigungsmöglichkeiten (BIM, 3 D) können die einzelnen Komponenten des modularen Bauverfahrens heute vielmehr individuell angefertigt werden. Architekten sowie Bauherren sind dadurch flexibel bei der Planung und es entsteht eine moderne, ansprechende Architektur.

Die Flexibilität eines modularen Baus schafft zudem Möglichkeiten für die Nutzungsphase eines Gebäudes. Verbaute Module lassen sich teilweise einfach verschieben oder entfernen. So kann spontan auf die Wünsche von Bewohnern bzw. Mietern reagiert werden indem man kleinere oder aber größere Räumlichkeiten schafft. Das Management solcher flexiblen Gebäude erfordert folglich eine ebenso flexible Software, mit der Immobilienverwalter häufige Flächenänderungen problemlos abbilden können.

Schnell, kostengünstig und nachhaltig bauen

Neben den Auswirkungen auf die Planung der einzelnen Module bewirkt die moderne Technik auch Veränderungen bei der Herstellung und Ausführung in der Fertigung der Module. Die einzelnen Bauteile werden kleiner und die automatisierten Herstellungsverfahren schaffen die Voraussetzung für einen schnellen, kostengünstigen und nachhaltigen Bau. Die Standardisierung und Vorfertigung einzelner Module ermöglichen so eine Verkürzung der Bauzeit um bis zu 70 Prozent. Die einzelnen, kleineren Elemente können zudem besser zum Baugrund transportiert werden.

Für Bauherren eine deutlich höhere Planungs- sowie Investitionssicherheit

Die grundsätzliche Idee hinter der modularen Bauweise besteht darin, dass alle Bauteile in einem Werk vorgefertigt werden, sodass sie auf der Baustelle lediglich nach dem „Baukastenprinzip“ aufgebaut werden können. Vorteile dabei sind neben der kostengünstigen Produktion durch eine Serienfertigung, auch die Unabhängigkeit von Wetter- und Witterungsverhältnissen mit den Nebeneffekten einer relativ sauberen aber auch geräuschlosen Baustelle. Diese Faktoren bewirken eine drastische Zeitersparnis bei den Bauvorhaben und für die Bauherren eine deutlich höhere Planungs- sowie Investitionssicherheit.

Wichtiger Faktor Nachhaltigkeit

Rund ein Drittel des Ressourcenverbrauchs in Deutschland wird laut Bundesministerium von Gebäuden verursacht. Für Abfallaufkommen oder CO2-Emissionen gilt Ähnliches. Eine Lösung dieses Problems könnte in der effizienten Wiederverwendung ganzer Gebäudestrukturen liegen. Hierzu kann bereits bei der Konzeption eines modularen Gebäudes berücksichtigt werden, wie ein Projekt über den gesamten Lebenszyklus die Nachhaltigkeitsanforderungen optimal erfüllt.

Von der emissionsarmen Vorfertigung im Werk über die energieeffiziente und wartungsarme Nutzungsphase mit einer problemlosen Anpassung an sich ändernde Anforderungen – auch Ortswechsel sind möglich – bis hin zur Wiederverwertbarkeit in ferner Zukunft. So können ein Großteil aller im modularen Bau verwendeten Materialien durch die konsequente Vermeidung von Verbundstoffen in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden.

Positiven Faktoren des Modularen Bauens veranlassen die ersten Unternehmen ihre Bauvorhaben mithilfe dieses Bauverfahrens umzusetzen

Diese vielen positiven Faktoren des Modularen Bauens veranlassen die ersten Wohnungsunternehmen sowie Bauämter ihre Bauvorhaben mithilfe dieses Bauverfahrens umzusetzen. Vonovia SE, deutschlands größtes Wohnungsunternehmen, hat Anfang dieses Jahres das erstes seriell gefertigte Wohnhaus in modularer Bauweise fertiggestellt. In einer Bauzeit von nur drei Monaten entstanden so vierzehn neue schlüsselfertige Wohnungen. Ein gutes Beispiel, wie in kurzer Zeit bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden kann.

Eine wirkliche Alternative die vielen hilft

Festzuhalten ist, dass das modulare Bauen ein wichtiger Baustein zur Eindämmung der Schwierigkeiten auf dem Wohnungsmarkt werden kann. Das Bauverfahren bietet eine zeitgemäße Alternative zum konventionellen Bau – durch die serielle Fertigung kann Wohnraum schnell sowie deutlich kostengünstiger verfügbar gemacht werden. So wird nicht nur Wohnungsunternehmen die Möglichkeit geboten, günstigen Wohnraum zu schaffen und dem Wohnungsmangel entgegenzuwirken, das modulare Bauen bietet auch privaten Bauherren eine echte Alternative, ein kostengünstiges Eigenheim zu errichten.

Lesen Sie in der nächsten Woche, in welcher Form modulares Bauen auch bei Gewerbeimmobilien zum Einsatz kommt.

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