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Proptechs - Mit Schnittstellen die Potenziale erweitern

Eingestellt von Jens Hoffstiepel am 31. Januar 2018 11:44:11 MEZ

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Digitales & Technoligie von Jens Hoffstiepel

Den idealen Mieter per Matching-Algorithmus finden, Wohnungen im virtuellen 360-Grad-Rundgang besichtigen, Mietverträge komplett online abwickelnder Digitalisierung der Immobilienwirtschaft scheinen keine Grenzen gesetzt. Fast wöchentlich drängen neue Proptech-Unternehmen mit vermeintlich innovativen Ideen in den Markt und schaffen mögliche “Impulse” zur Vereinfachung von Prozessen. Manche dieser Lösungen können für die Unternehmen der Branche sowie die Verbraucher tatsächlich sehr nützlich sein. Daher schaffen es einige, sich schnell auf dem Markt zu behaupten, andere hingegen verschwinden nach wenigen Monaten wieder.
Woran liegt das? Worin liegen die Herausforderungen, um auf dem Markt zu bestehen? Und was sollte zukünftig sowohl auf Seiten der Nutzer, der Unternehmen der Immobilienwirtschaft sowie der bewährten Anbieter von
Softwarelösungen für das Immobilienmanagement aber auch auf Seiten der neuen Proptechs beachtet werden?

In der Immobilienwirtschaft lassen sich viele Prozesse durch digitale Lösungen und Plattformen zunehmend erleichtern. Schon lange lassen sich beispielsweise mithilfe von Softwarelösungen für das Immobilienmanagement nahezu alle Informationen zu einem Mietverhältnis binnen Sekunden abrufen. Dazu kommen seither viele hilfreiche Möglichkeiten der Automatisierung von regelmäßig anfallenden Aufgaben - so können Nebenkostenabrechnungen genauso mit nur wenigen Klicks erstellt werden, wie Reportings zu allen buchhalterischen Prozessen und zu jedem Objekt. Diese Lösungen haben sich lange etabliert.
Zu diesen Anbietern gesellen sich in den letzten Monaten und Jahren immer wieder neue technische und digitale Hilfsmittel - Proptechs.
Der Name Proptech ist eine Zusammensetzung der Worte Property und Technology - dahinter stehen meist StartUps mit immobilienwirtschaftlichem Hintergrund. Einige werben damit, innovativ zu sein. Manche sind es gewiss auch und bringen neue Lösungen, für  die durch technische oder auch gesellschaftliche Weiterentwicklungen neu entstandenen Aufgabenbereiche, mit sich. Bei vielen trügt aber nur der schöne Schein. Ein hübsches Outfit und einige schöne Dashboards machen sie noch lange nicht zur innovativen und besseren Lösung für Anforderungen, die es schon lange gibt.
Es sind also nicht alle Proptechs wirklich so hilfreich, wie sie es versprechen.

Andere hingegen brauchen wir, um den gestiegenen Serviceanforderungen gerecht zu werden. So vereinfachen zusätzliche Apps oder Kundenportale beispielsweise die Kommunikation und Vernetzung mit Mietern, Vertragspartnern und Handwerkern. Andere wiederum ermöglichen das Inserieren in den gängigen Immobilienportalen mit wenigen Mausklicks und verschaffen uns gleichzeitig einen Überblick über Mietinteressenten mit integriertem Matching-Algorithmus, um den passenden Mieter zu finden. Auch über die Möglichkeiten der Augmented Reality oder einer dreidimensionalen Visualisierung für Besichtigungen lässt sich nicht streiten, denn diese technischen Entwicklungen werden zukünftig zu unserem Alltag gehören.

Bandbreite der etablierten Lösungen unschlagbar

So wichtig diese neuen Lösungen auch sein werden, lässt sich eines nicht von der Hand weisen. Die etablierten Softwareanbieter für das Immobilienmanagement sind alle äußerst lange auf dem Markt und auch sie entwickeln ihre Lösungen dabei stetig weiter. Neue Gesetzesvorlagen, Veränderungen im Zahlungsverkehr aber auch der technische Fortschritt sind die ausschlaggebenden Faktoren, die es regelmäßig zu beachten gilt. Dabei ist eine große Branchenkenntnis vonnöten, um diese Veränderungen frühzeitig zu erkennen und in der Software umzusetzen. Denn viele dieser Anbieter decken ein sehr großes Portfolio der Aufgaben und Anforderungen ab, die im Immobilienmanagement täglich oder regelmäßig benötigt werden.
Genau da liegt der Haken bei vielen der auf den Markt strömenden Proptechs. Als Einzellösungen für bestimmte Aufgaben sind sie im ersten Moment innovativ bzw. sinnvoll, doch wer will schon für jede Aufgabe ein anderes Programm öffnen.

Das Zauberwort heißt hier “Schnittstellen”

So ist auch für den Erfolg neuer Lösungen und Plattformen eine Menge Marktverständnis von großem Vorteil. Und das nicht nur im Bereich der Immobilienwirtschaft - sie sollten auch den Softwaremarkt der altbewährten Anbieter genau kennen. Denn nur wer neben den Grundbedürfnissen und Problemen der Immobilienbranche sowie deren Kunden auch die Möglichkeiten gegebener Kooperationen im Auge hat und problemlose Anbindungen an andere Softwarelösungen anbietet, wird sich langfristig durchsetzen.
Denn die etablierten Lösungsanbieter beobachten den Markt der Proptechs genau - im Zuge der Konkurrenzanalyse und eventueller Partnerschaften ist das unabdingbar. Der große Vorteil, die Softwarelösungen haben offene Schnittstellen und ermöglichen so die problemlose Integration von Partnersoftware. Immer mit dem Hintergrund, Prozesse abbilden zu können, die die eigene Software sinnvoll ergänzen. Denn die Kunden erwarten bestenfalls eine Gesamtlösung.

Proptechs sollten offen für Schnittstellen sein

Von Innovationen ist im Bereich der Poptechs oft die Rede und sie entstehen in der Tech-Szene derzeit regelmäßig - innovativ mögen viele Lösungen sein und in einigen Bereichen sogar sehr gut und sinnvoll. So versprechen viele Proptechs eine ultimative Lösung, können aber oft nur einen kleinen Teilbereich oder sogar nur eine Aufgabe der vielfältigen Tätigkeiten einer Immobilienverwaltung abdecken. Möchte man als Nutzer letztendlich nur einen solchen Teilbereich abdecken, haben die Proptechs also viel zu bieten. Benötigt man als Nutzer hingegen ein großes Ganzes, können die Proptechs oft nur eine Ergänzung zur genutzten Verwaltungssoftware sein. Ein großes Augenmerk auf Seiten der Nutzer sollte daher auf die Schnittstellenoffenheit der neuen Lösungen gerichtet sein. Wichtig ist hier, dass die neue Applikation in die bisher genutzte Verwaltungssoftware eingebunden werden kann.  

Viele Proptechs sind nur leider nicht so integrativ, wie man es vermuten sollte. Sie versprechen zunächst eine Offenheit für Schnittstellen und sind es dann nur obligatorisch oder setzen direkt auf sich als Einzellösung. Mit dieser Auffassung werden aber nur die Lösungen den Markt erobern, auf die wirklich niemand verzichten möchte. Die Anbieter von innovativen Teillösungen sollten die Schnittstellenoffenheit nicht vernachlässigen. Lösungen, wie das mittlerweile schon lange auf dem Markt erfolgreiche Immosolve oder ein relativ frisches Konzept, wie Casavi haben das früh erkannt und sich so erfolgreich auf dem Markt gehalten und bewährt.

Immosolve als CRM-Lösung für die Portalvermarktung und das Interessentenmanagement mit integriertem “Perfect Match” Algorithmus hilft dabei, direkt aus der genutzten Managementsoftware mit wenigen Klicks Inserate in den gängigen Immobilienportalen zu erzeugen. Ein durchdachter Mechanismus für die Vorauswahl potenzieller Mieter kann Immobilienverwaltungen zudem vor allem in Großstädten entlasten. Sie sparen Zeit und müssen keine Massenbesichtigungen organisieren, um der großen Nachfrage gerecht zu werden. Dieser Matching-Algorithmus ist eine Methode, das ideale “Mieter-Vermieter-Pärchen” zu finden – so ähnlich wie bei der Online-Partnervermittlung. Zudem lassen sich alle weiteren eingegangenen Interessentendaten problemlos organisieren und via Schnittstelle in die Managementsoftware übertragen.

Casavi ist ein weiteres Beispiel für ein solches Start-up. Entwickelt zur Vereinfachung von Kommunikationswegen vernetzt Casavi zum Beispiel möglichst viele Mitwirkende einer Immobilie – dazu gehören Immobilienverwalter, Mieter, Hausmeister, Energieversorger und Gebäudeversicherer.

Spezialisierung vs. Vielfalt

Der Widerspruch aus Spezialisierung auf Kundenprobleme und der Abdeckung vieler Aufgaben beschreibt eines der größten Probleme. Je genauer die innovativen Softwarelösungen auf bestimmte Aufgaben zugeschnitten sind, desto besser funktionieren sie in diesem bestimmten Segment - dadurch sind die Produkte allerdings schwierig standardisierbar und integrierbar.
Die erfahrenen Anbieter von Softwarelösungen für das Immobilienmanagement haben das erkannt und bieten Sonderprogrammierungen oder die Integration von Partnerlösungen an. Mit diesem Service decken sie die Wünsche ihrer Kunden ab und entwickeln gleichzeitig ihre eigenen Lösungen weiter. Der Vorteil liegt auf der Hand - die anfallenden Aufgaben der Kunden sind aus einer Lösung heraus zu bearbeiten und das oft zu einem kostengünstigeren Preis, als es die Anschaffung einer zusätzlichen komplett neuen Software mit sich bringt.

Die Mischung aus innovativen, spezialisierten aber dennoch integrativen Lösungen wird der Schlüssel zu Erfolg sein. Sowohl die Seite der Proptechs als auch die gängigen Anbieter von Softwarelösungen für das Immobilienmanagement sollten ihre Augen nach allen Seiten offen halten und sich nicht den Kooperationen, Partnerschaften und Integrationen verwehren.
Die Digitalisierung der Immobilienbranche steht gerade am Anfang und deswegen werden in Zukunft noch viele innovative Ideen diesen Bereich erobern, oder auch schnell wieder vom Markt verschwinden.

Topics: Digitales & Technologie


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