Crem Solutions Blog


Chancen und Risiken einer energetischen Sanierung für Hausverwaltungen

Eingestellt von Redaktion am 19. April 2017 08:45:00 MESZ

Crem-Solutions-Blog-Energetische-Sanierung.jpg

Management & Verwaltung von Redaktion

Die energetische Gebäudesanierung gilt als eine Stellschraube der Energiewende. Sie spart – trotz hoher Investitionskosten – Geld während des Gebäudebetriebs. Zweifel daran, dass sich diese Kosten zu langsam amortisieren, sind unbegründet. Andere Probleme, beispielsweise ein erhöhtes Risiko für Schimmelbildung, existieren nicht, wie häufig behauptet. Wir erklären Chancen und Risiken einer energetischen Sanierung und stellen die wirksamsten Maßnahmen vor.

Wenn Sie als Hausverwaltung Altbauten in Ihrem Bestand haben, wissen Sie: Diese Gebäude haben meist einen erheblich höheren Energieverbrauch als moderne Neubauten. In Deutschland verbrauchen Immobilien den größten Teil ihrer Energie für das Heizen, sei es von Wohn- und Arbeitsräumen oder der Erwärmung des alltäglich benötigten Brauchwassers. Dies liegt an dem generell hohen Heizwärmebedarf und vor allem daran, dass dieser aufgrund veralteter Heiztechnik und mangelnder Wärmedämmung meist nur ineffizient gedeckt wird. Mit einer sogenannten energetischen Sanierung gehen sie diese Probleme konsequent an.

Chancen einer energetischen Sanierung

Wer energetisch saniert spart Heizöl, Erdgas oder elektrische Energie. Das bedeutet, die energetische Sanierung von Gebäuden ist eine Investition in die Nachhaltigkeit der Immobilienwirtschaft – mit sowohl ökologischem als auch ökonomischem Nutzen.

Ökologischer Nutzen: Eine direkte Folge des reduzierten Energieverbrauchs ist die Reduktion der Heizungsabgase, also auch des klimaschädlichen Kohlendioxids.

Ökonomischer Nutzen: Mit gezielten Maßnahmen wie der Fassadendämmung werden Energiekosten gespart – je nach Ausgangszustand der Immobilie und durchgeführten Maßnahmen zwischen 25 und 75 Prozent.

Weitere Vorteile: Schallschutz und Feuchtigkeitsschutz verbessern sich, so steigt auch der Wohlfühlfaktor innerhalb der Immobilien. Modernisierte Heizungsanlagen und eine neue Hausdämmung verbessern den Brandschutz und erhöhen die Lebenszeit der Bausubstanz. Außerdem steigt der Wert einer Immobilie.

Mögliche Maßnahmen und Einsparpotenziale der energetischen Sanierung

Eine energetische Sanierung bietet viele Ansatzpunkte. Allerdings sollten Sie darauf achten, alle Maßnahmen aufeinander abzustimmen. Planen Sie zum Beispiel eine Dämmung, kann die neue Heizung kleiner ausfallen:

Fenster austauschen: Sind nur einfach verglaste Fenster verbaut, lohnt sich bereits der Tausch gegen zweifach verglaste. Dreifach verglaste Fenster sollten Sie nur wählen, wenn die Fassade gedämmt ist oder noch gedämmt werden soll.

Neue Heizung installieren: Egal, mit welchem Brennstoff Sie heizen, der Einbau moderner Öl-/Gasbrennwertkessel senkt Ihren Energiebedarf erheblich.

Solarthermieanlage installieren: Mit einer Solarthermieanlage erwärmen Sie Ihr Heizwasser nach der Anfangsinvestition fast kostenlos mit Sonnenenergie.

Fassade dämmen: Eine Fassadendämmung senkt die Wärmeverluste einer Immobilie beachtlich. Eine gut gedämmte Wand weist rund zehnmal bessere Werte auf.

Dach dämmen: Das Dach bietet bei der Dämmung ein ähnlich hohes Einsparpotential wie die Fassade.

Lüftungsanlage einbauen: Durch eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung lassen sich Energieverluste durch das Lüften drastisch reduzieren.

Vermeintliche Risiken einer energetischen Sanierung

Amortisation: Den Vorteilen einer energetischen Sanierung stehen meist hohe Kosten gegenüber. Dadurch stellt sich die Frage der Amortisation. Dabei sollten diverse Aspekte nicht unbeachtet bleiben und die richtigen Schlüsse gezogen werden:

  • Die zukünftigen Energiekosten müssen vernünftig prognostiziert werden – was je nach Energieträger sehr schwierig sein kann. Insbesondere sind die zukünftigen Preissteigerungen bei Erdöl und Erdgas für den hier relevanten Zeitraum von mindestens 20 Jahren kaum zuverlässig zu ermitteln.
  • Die häufig nebenbei erzielte Erhöhung des Komforts muss bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung berücksichtigt werden.
  • Manche Komponenten einer energetischen Sanierung haben Auswirkungen auf Lebensdauer und Wert der Immobilie – so beispielsweise eine neue, moderne Wärmedämmung. Sie erhöht den Wert des Gebäudes und verlängert die Lebensdauer um geschätzte 20 Jahre.
  • Kleinere Umbau- oder Renovierungsmaßnahmen an Immobilien sind im Lauf der Jahre auch dann notwendig, wenn die energetische Sanierungen nicht durchgeführt werden.

Schimmelbildung: Durch den Einbau neuer Fenster endet der unkontrollierte Energieverlust – und der unkontrollierte Luftaustausch. Feuchte Luft entweicht nicht mehr automatisch. Das muss allerdings kein erhöhtes Schimmelbildungsrisiko bedeuten. Die Fenster sind dicht, die gedämmten Wände wärmer. Vorausgesetzt die Bewohner lüften und heizen nun angemessen, mindert beides die Schimmelbildung.

Rebound-Effekt: Es kommt vor, dass die Bewohner eines Gebäudes nach einer energetischen Sanierung sorgloser heizen. Die erzielten Energieeinsparungen werden so zum Teil zunichte gemacht. Entgegenwirken lässt sich dem nur durch Aufklärung. Machen Sie den Bewohnern verständlich, dass beispielsweise eine verbesserte Wärmedämmung nicht die Folgen falscher Lüftungsgewohnheiten ausgleichen kann.

Die Chancen überwiegen

Eine gut geplante energetische Sanierung bringt Vorteile auf vielen verschiedenen Ebenen. Sie macht Ihre Immobilien nachhaltiger, rentabler und steigert ihren Wert. Dabei handelt es sich also um eine sinnvolle Investition – die noch dazu staatlich unterstützt wird. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ist dabei für Erneuerbare Energien zuständig, die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) befasst sich mit allen anderen Sanierungen.

Es gibt noch weitere Möglichkeiten, die Rentabilität Ihrer Immobilien zu erhöhen. Lesen Sie in unserem Blog über die Vorteile eines professionellen Betriebskosten-Benchmarkings.

Topics: Management & Verwaltung


Wie Sie mit Innovationsmanagement die Zukunft Ihres Immobilienunternehmens vorantreiben

_2.jpgDie Immobilienbranche steht an der Schwelle zu einer Zeitenwende. Faktoren wie der demografische Wandel, Green-Building-Initiativen und die Digitalisierung aller Lebensbereiche bedeuten für Sie als Immobilienunternehmen neue Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Dazu bedarf es eines ausgeklügelten Innovationsmanagements, das sich flexibel an den zukünftigen Marktbedürfnissen orientiert.

Lesen Sie, was sich hinter Open Innovation und Customer Co-Creation verbirgt und wie Sie diese Innovationsprozesse für Ihren zukünftigen Erfolg nutzen können.

E-Book herunterladen


Begriffe der Digitalisierung auf den Punkt gebracht

Die Digitalisierung bringt eine Fülle neuer Technologiebegriffe mit sich, die für Immobilienverwalter und Immobilienunternehmen schon bald unerlässlich sein werden. Erfahren Sie in unserem E-Book „Verwalter-ABC der Digitalisierung“, was sich hinter KI, IoT, oder NFC, verbirgt.

Zum Digitalisierungs-ABC


Kein Thema verpassen - melden Sie sich für unsere Blog-Infomail an und erfahren Sie vor allen anderen von den wichtigsten Themen der Immobilienwirtschaft


Letzte Beiträge


Melden Sie sich für unseren Newsletter an und bekommen so die neusten Infos über Crem Solutions regelmäßig per E-Mail.

Anmeldung Newsletter