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Blockchain - Potenzial für die Zukunft der Immobilienwirtschaft

Eingestellt von Jens Hoffstiepel am 30. August 2017 09:00:00 MESZ

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Digitales & Technologie von Jens Hoffstiepel

Die sichere Speicherung und Übermittlung von Daten und Dokumenten ist ein, mit der fortschreitenden Digitalisierung in der Immobilienwirtschaft, wichtiges Thema und beschäftigt die Nutzer unterschiedlichster Softwarelösungen. Nicht zuletzt, weil man gerade in der Immobilienwirtschaft mit einer großen Menge personenbezogener Daten sowie vertraulichen Verträgen von Käufern, Mietern oder Interessenten umgeht. Die sichere digitale Ablage sowie Übermittlung dieser Daten und Dokumente ist ein sensibles Thema – der Schutz vor einem Zugriff Dritter unerlässlich. Die Blockchain-Technologie kann zum Schutz dieser Daten und darüber hinaus eingesetzt werden. Was es damit auf sich hat, lesen Sie in folgendem Artikel.

Blockchain kurz und einfach erklärt

Blockchain ist eine Technologie zur manipulationssicheren, digitalen Datenspeicherung, die auf dezentrale Strukturen und einen aufwendigen Verschlüsselungsmechanismus setzt. Sehr vereinfacht erklärt kann man sich die Blockchain als eine Kette von Blöcken vorstellen. Daten werden jeweils miteinander verknüpft und zu einzelnen Blöcken zusammengefasst, auf Gültigkeit überprüft und in einem Prozess namens Proof of Work an die schon bisherige Kette der schon bestehenden Blöcke angefügt.
Eine Datenbank, die aus verschlüsselten Datensätzen (Blocks) besteht, befindet sich hierbei nicht auf einem zentralen Server, sondern ist über diverse Rechner (Nodes) verteilt.
Die aufeinander aufbauende Datenspeicherung der Technologie macht eine spätere Änderung der Daten nicht möglich, ohne das Gesamtsystem in Mitleidenschaft zu ziehen.

Potenzial der Blockchain-Technologie

Wegen der hohen Sicherheit vor fremden Zugriffen kommt Blockchain bereits heute z. B. im Finanz- und Bankensektor zum Einsatz. Blockchain eignet sich jedoch für Austausch verschiedenster Informationen. Ursprünglich für Digitalwährungen wie Bitcoin entwickelt, existieren immer mehr Anwendungsmöglichkeiten für die Blockchain, die weit über die Funktion der Finanztransaktionen hinausgehen. Mittlerweile lassen sich z. B. sogenannte Smart Contracts (Verträge, die im Programmcode eingebettet sind) auf einer Blockchain ablegen, mit denen verschiedenste Verwaltungs- und Prozessanwendungen abgewickelt werden können. Beispielsweise können auf diese Art und Weise sensible Daten (z. B. Gesundheitsdaten) oder Eigentumsverhältnisse (z. B. Grundbesitz) über eine Blockchain organisiert und gesteuert werden.

Das zukünftige Potenzial dieser Technologie könnte sein, dass dritte Instanzen wie beispielsweise Banken oder Notare nicht mehr vonnöten sein werden, um die Integrität der jeweiligen Transaktion oder Verträge zu verifizieren. Entsprechend interessiert forschen viele Staaten und Unternehmen an dieser Technologie und versuchen diese voranzutreiben. Ende Juni 2017 hat sich der Blockchain Bundesverband gegründet, in dem auch Politiker aller großen Parteien vertreten sind. Ein Zeichen, dass die Technologie einen immer höheren Stellenwert einnimmt.
Hauptbeweggründe sind die Aspekte Sicherheit, Transparenz und Effizienzsteigerung. Die Möglichkeit, Prozesse über eine sichere Infrastruktur zu automatisieren und dabei die Gefahr einer Datenmanipulation zu unterbinden ist für viele Institutionen und Unternehmen sehr reizvoll. Schließlich kann jeder jemals getätigte Eintrag in einem Blockchain-Verzeichnis für immer nachvollzogen und nicht gelöscht oder verändert werden.


Welche Vor- und Nachteile hat eine dezentrale Technologie wie Blockchain?

Die Dezentralisierung der IT und dabei besonders die Nutzung von Cloud-Lösungen für die Speicherung von personenbezogenen Daten bringen Vor- und Nachteile mit sich. Folgende Pro- und Contra-Argumente betreffen bei dieser Abwägung speziell die Blockchain-Technologie:

Pro:

  • Schutz großer Datenmengen mittels Verschlüsselung und Zugriffsverwaltung
  • Keine externe Veränderbarkeit der Daten, Zugriff Dritter nahezu unmöglich
  • Möglichkeit, große Datenmengen unternehmensübergreifend zu sammeln und analysieren
  • Zukünftig kostengünstiger Austausch und Abhandlung von Verträgen
  • Reduktion der Kosten für interne und externe Finanztransaktionen, Finanzreporting und Verwaltung
  • Automatische Aufspüren von Schwachstellen in der Lieferkette, im Zahlungsverkehr und anderen Geschäftsprozessen
  • Reduktion oder Vermeidung von unnötigen Kosten für die IT-Infrastruktur

Contra:

  • Noch wenig individuelle Skalierbarkeit
  • Evtl. Einschränkungen beim Speicherplatz
  • Schwierig zu verwaltende Berechtigungen
  • Schwierige Integration mit bestehender Legacy im Unternehmen
  • Bisher fehlende Standardisierung der Technologie

Das Potenzial für die Immobilienwirtschaft

Gerade für die Immobilienwirtschaft birgt diese Technologie demnach eine Vielzahl an Potenzial. Kaufverträge, Grundbucheinträge und viele weitere Daten könnten auf diese Weise sicher abgearbeitet, transportiert und gespeichert werden. Kosten und Zeit für die Bearbeitung von Notaren und Banken könnten auf diese Weise eingespart werden.
Mithilfe der Blockchain könnten sich zudem verschiedene Anwendungen im Immobiliensektor realisieren lassen, die mithilfe heutiger digitaler Lösungen schwierig bis unmöglich zu umzusetzen sind.
Im Sektor des Internet of Things gibt es beispielsweise ein reges Interesse an der Technologie, da hier viele verschiedene Devices (z. B. Haushalts- oder Steuerungsgeräte für Strom bzw. Heizung) als gleichwertige Partner in einem Netzwerk interagieren sollen. Die Blockchain ermöglicht es, diese gleichwertigen Partner ohne Notwendigkeit eines zentralen, in der Immobilie platzierten, Servers zu vernetzen, ohne dabei Abstriche bei der Sicherheit des Datenaustausches zu machen.

An diesen Beispielen erkennt man: Die Blockchain-Technologie wird in Zukunft ein wegweisender Teil der Digitalisierung sein. Mithilfe von Blockchain werden viele alte Geschäfts- und Organisationsmodelle herausgefordert und überarbeitet. Die Technologie wird in der Zukunft eine effektive Lösung bieten, viele Prozesse der Immobilienwirtschaft noch weiter zu vereinfachen.
Können Sie sich die Anwendung der Technologie für Transaktionen von Immobilien vorstellen oder haben bereits Erfahrung mit Blockchain-Anwendungen gemacht?

 

Topics: Digitales & Technologie


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